Schönebeck l Es tut sich was in Schönebeck hinsichtlich der Vernässungsproblematik. Derzeit durchlaufen drei Beschlussvorlagen die städtischen Ausschüsse, die sich mit dem Thema befassen. Dazu gehört das Vorhaben, die Engstelle des Solgrabens an der Görtzker Brücke zu beseitigen.

"An dieser Stelle bildet sich im Solgraben immer wieder ein Rückstau", sagt Henrik Scheffler, der in der Stadtverwaltung für das Grundwassermanagement verantwortlich zeichnet. Das Problem dieses Rückstaus sei, dass dadurch das Wasser im Solgraben nicht abfließe, sondern stünde und damit in das Erdreich versickere - das wiederum erhöhe den Grundwasserstand, erklärt Scheffler auf Volksstimme-Nachfrage.

Durch dieses Projekt könnte die Stadt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn im gleichen Atemzug mit der Vergrößerung des Durchlasses müsse auch die Görtzker Brücke abgerissen und neu gebaut werden. Das ist insofern von Vorteil, als dass inzwischen Ausspülungen in dem Bauwerk wegen der Rückstaus zu verzeichnen sind. Deshalb ist die Brücke nur noch eingeschränkt nutzbar.

Das Anliegen, das den Titel "Minderung der Vernässungsproblematik und die Verbesserung der hydraulischen Abflussleistung des Solgrabens durch Beseitigung der Engstelle ¿Görtzker Brücke\'" trägt, kostet insgesamt 386000 Euro brutto (Planung und Realisierung). Das klingt viel. Jedoch kann die Stadt für dieses Vorhaben Fördermittel beim Land beantragen. Und das ist nicht ohne. Denn die von der Stadt geplanten Zuwendungen könnten 263350 Euro betragen. Daraus würden städtische Eigenmittel in Höhe von 122650 Euro folgen.

Für den Fördermittelantrag, den die Stadt bereits 2013 beim Land gestellt hat, ist noch das Okay der Kommunalaufsicht notwendig. Diese Behörde wiederum erwartet für die freiwillige Aufgabe und damit auch freiwillige Investition den Stadtratsbeschluss, auf den die Verwaltung nun hinarbeitet.

"Mit diesem Bauprojekt greifen wir in die Vernässungsproblematik im Süden ein", erklärt Henrik Scheffler. Seinem Plan nach sollte die Engstelle an der Görtzker Brücke" noch in diesem Jahr beginnen und 2015 abgeschlossen werden.

"Dieses Thema schieben wir schon einige Jahre vor uns her. Doch wir mussten es immer wieder rausschmeißen", sagt Kämmerin Ina-Babett Barann im Finanz- und Rechnungsprüfungsausschuss.

Zwei Ausschüsse befürworten Fördermittelantrag

Damit steht sie nicht allein da. Ebenso Manfred Pöschke (Rettet die Altstadt) argumentiert pro Fördermittelantrag. Auch wenn er eher den Zustand der Brücke als Begründung nennt. "Seit vier Jahren schon ist die Brücke marode", sagt er. Und: "Sie war und ist teils gesperrt." Seiner Meinung nach sollte man die Fördermittel ruhig beantragen. Denn: "Es ist nötig, dass die Brücke in Ordnung gebracht wird."

Ebenfalls Thema ist der Vorschlag im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt gewesen. Hier sagt Reiner Hornich (UWG/Grüne) mit leichter Kritik: "Erstaunlich, wie lange es gedauert hat, bis zur Weisheit letzter Schluss."

Letztlich haben die Mitglieder beider Ausschüsse der Beschlussvorlage und damit dem Fördermittelantrag zugestimmt. Die entgültige Entscheidung trifft der Stadtrat am Donnerstag, 13. Februar.