Wäre der Winter so hart wie das politische Gezerre um eine neue Salzhalle für den Bauhof, wäre in Schönebeck Eiszeit. Trotzdem bleibt die Leitung des Stadtbetriebs dabei: Die neue Halle muss her. Das wird in den Ausschüssen durchaus unterschiedlich bewertet.

Schönebeck l "Wir können uns über jedes Detail unterhalten, wir werden immer wieder auf die Halle kommen." Heinz- Werner Herrlers Entschluss steht fest, geht es um die perfekte Lagerung des Streusalzes für den Winterdienst des Schönebecker Bauhofs. Der Betriebsleiter stellt klar, dass es in seiner Argumentation nicht "um einen persönlichen Favoriten" gehe - eine Alternative wären Salzsilos. Vielmehr bleibe diese Lösung nach einer Kosten-Nutzenrechnung die sinnvollste. "Wir müssen eine Lösung schaffen, die den Betriebsabläufen des Bauhof entspricht", sagt Heinz-Werner Herrler. Diese Lösung ist eine Salzhalle.

"Wir müssen die Garantie für einen souveränen und zuverlässigen Winterdienst geben."

Doch um deren Bau ist ein handfester Streit entbrannt - der seinen Anfang im letzten Jahr nahm. Da machte der Bauhof die Pläne öffentlich und die CDU-Ratsfraktion setzte per Antrag einen Sperrvermerk. Das Haushaltsjahr 2013 für die Stadt ist zu Ende. Die Bauhofleitung unternimmt einen neuen Versuch, die Halle bauen zu können. Grundlage ist eine erneute und überarbeitete Wirtschaftlichkeitsuntersuchung. Die ist Bestandteil der schriftlichen Ausführungen zum Wirtschaftsplan 2014 des Bauhofs. Die Varianten Salzhalle und Salzsilo, der Bauhof geht von acht Stück aus, werden darin miteinander verglichen. Nach Angaben des städtischen Eigenbetriebes müssten für eine Halle 200 000 Euro aufgebracht werden - inklusive Eigenleistung Fundamentherstellung, Zuwegung und Beleuchtung. 331 300 Euro würde, so die Berechnungen, die Siloriege kosten. Der Bauhof bezieht sich bei den Vorberechnungen auf marktübliche Preise und hat auch bei kommunalen Betrieben ähnlicher Größe recherchiert. Neben den Kosten sprechen andere Faktoren für die Halle: In den Silos könnte sich bei hohen Sommertemperaturen Feuchtigkeit bilden, das Salz verklumpen. Salz, das in den Streufahrzeugen nicht gebraucht wird, kann wieder in die Halle gekippt werden. Zurück in die Silos könne man es nach Angaben von Heinz- Werner Herrler nicht pumpen - ein technisches Manko. Nicht zuletzt hätte eine eigene Halle eine viel längere Laufzeit als die Silovariante.

Die Finanzierung will der Bauhof über einen Kredit mit einem Volumen von 200 000 Euro sichern. Die Laufzeit beträgt zehn Jahre. Über die Abschreibung der Halle wird die Tilgung gewährleistet. Diesen Plänen hat die Kommunalaufsicht zugestimmt. So ist der Eigenbetrieb auch in der Lage, über Technikabschreibungen weiterhin Ersatz zu finanzieren - die Praxis wie bisher. Bei den Silos würde sich die Finanzierung nicht so "einfach" gestalten - Abschreibungen anders anfallen.

Im Betriebsausschuss des Bauhofs überzeugte Heinz- Werner Herrler die Stadträte - einstimmiges Votum für Wirtschaftsplan und Salzhallen-Idee. Für den Betriebsleiter ein wichtiges Signal. "Wir müssen die Garantie für einen souveränen und zuverlässigen Winterdienst geben können", sagt er. Der Schönebecker Stadtrat wird das Thema noch insgesamt diskutieren.