Im Kampf gegen künftige Hochwasser wird es nun konkret: Schon in diesem Monat baut das Land zwei neue Pumpen aus Oschersleben in das Trabitzer Pumpwerk ein. Auch weitere neuralgische Punkte in Gottesgnaden und Calbe finden Beachtung.

Calbe/Schwarz/Gottesgnaden/Trabitz l Schon lange vor dem verheerenden Junihochwasser machte Calbes Stadtverwaltung zusammen mit Schwarzern und Trabitzern auf das Problem aufmerksam. Bei einer Sitzung mit Landesumweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) im Rathaus im Mai 2012 schlugen dann auch Vertreter des Unterhaltungsverbandes Taube-Landgraben Alarm. Das Schöpfwerk in Trabitz sei bei extremen Niederschlägen völlig überfordert und derart reparaturbedürftig, dass ein Neubau erforderlich sei. Der Verband sei bei weiteren Hochwassern finanziell überfordert, um das Schöpfwerk entsprechend herzurichten.

Beim Hochwasser 2011 und beim weitaus schlimmeren Hochwasser 2013 gehörte "Steiners Damm" in Trabitz zu den neuralgischen Punkten, da dort das Drängwasser aus dem Hinterland in die Saale gepumpt wird. Der Weg durfte nicht mehr befahren werden, um den Deich nicht zu gefährden. Hochleistungspumpen, die beim Technischen Hilfswerk (THW) angefordert wurden, sorgten für Entlastung.

Im vergangenen Herbst kam endlich Bewegung in die Sache. Bauliche Vorbereitungen zum Einbau neuer Pumpen wurden getroffen.

Nun informiert Flussbereichsleiter Christian Jung vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), dass zwei leistungsstärkere Pumpen aus der traditionsreichen Pumpenfabrik in Oschersleben geliefert wurden. "Sie sollen noch in diesem Monat eingebaut werden", sagt Jung gegenüber der Volksstimme. Dafür müsse der Saalepegel noch etwas sinken und auch das Wetter passen.

Erfolgt die Erhöhung des Pappeldamms noch 2014?

Auch für weitere neuralgische Punkte an der Saale macht Christian Jung Hoffnung. So soll das Schöpfwerk in Gottesgnaden in seiner bisherigen Form zurückgebaut werden. "Ein neues leistungsstärkeres Schöpfwerk befindet sich bereits in der Planungsphase. Mit dem Neubau soll 2014 begonnen werden."

Im LHW-Maßnahmeplan (2013 bis 2016) sei auch eine Eindeichung Gottesgnadens vom oberen Zufahrtsdeich bis zur Fährstelle vorgesehen. Im Dezember habe es dazu erste Gespräche mit einem Planungsbüro gegeben.

Beim Thema Pappeldamm, der von Tippelskirchen in Richtung Wedlitz verläuft, gebe es noch keine konkreten Ergebnisse. Die Gespräche zwischen LHW und dem Salzlandkreis als Straßenbaulastträger liefen jedoch. Ein Gutachten für die Fahrbahnerhöhung des Pappeldamms ist erstellt und zur Prüfung an das Landesverwaltungsamt weitergeleitet. Werde von dort grünes Licht für die Bereitstellung der finanziellen Mittel gegeben, soll nach Auskunft des Salzlandkreises das rund 800 000 Euro teure Vorhaben ebenfalls noch in diesem Jahr angepackt werden.