Mit 2013 sei für Calbe ein "geschichtsträchtiges Jahr" zu Ende gegangen. Beim gestrigen Neujahrsempfang der Stadt blickte Bürgermeister Dieter Tischmeyer gemeinsam mit zahlreichen Gästen darauf zurück. Trotz Jahrhunderthochwassers und chronisch leerem Stadtsäckel konnte viel Neues entstehen.

Calbe l Dieter Tischmeyer hatte zum letzten Mal in seiner Amtszeit Vertreter des öffentlichen Lebens zum Neujahrsempfang in die Aula des Friedrich-Schiller-Gymnasiums eingeladen. Am Sonntagvormittag folgten mehr als 130 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur und sozialem Bereich der Einladung.

"Geld, was eigentlich unkompliziert fließen sollte, fehlt noch immer."

Tischmeyer ließ 2013 Revue passieren. In Calbes Geschichtsbücher werde zweifellos das Jahrhunderthochwasser eingehen, dass dem "Elbe-Saale-Dreieck großes Leid gebracht hat", sagte das Stadtoberhaupt. Es sei ein "gigantischer Schaden" an privaten und kommunalen Grundstücken entstanden. Schlimmeres konnte nur durch den unermüdlichen Einsatz unzähliger Helfer verhindert werden. Die Schadenbeseitigung und die Ertüchtigung von Hochwasserschutzanlagen stehe für die Stadt ganz oben auf der Agenda. Doch Tischmeyer setzte nach: "Wir sind bereit. Nur das Geld, was eigentlich unkompliziert fließen sollte, fehlt noch immer."

Ein weiterer Punkt, bei dem Calbe trotz erledigter Hausaufgaben seit langem nur abwarten könne, sei die geplante Ortsumgehung Süd vom Brückenberg in Richtung Brumby bis zur Autobahn 14. Das Planfeststellungverfahren sei abgeschlossen, Häuser und Baumbestand entfernt, Baurecht erteilt. "Alle Zeichen stehen auf Grün. Es fehlt nur das Geld vom Land", sagt Tischmeyer. "Seit zehn Jahren sprechen wird darüber. Nun wird es Zeit zu handeln."

Dagegen floss in der Saalestadt Geld aus dem Erlös des Krankenhausverkaufs. "Davon wurden bisher insgesamt 3,8 Millionen Euro zur Verbesserung der Infrastruktur in Calbe eingesetzt", unterstrich Tischmeyer. Mit dem geförderten Teilausbau der Tuchmacherstraße und dem grundhaften Ausbau der Ritterstraße in diesem Jahr, folgen weitere Projekte. Allerdings aus anderen Töpfen finanziert.

Zufrieden zeigte sich das Stadtoberhaupt trotz langer Bauzeit über die ausgebaute Landesstraße zwischen Calbe und Brumby, die für Kraftfahrer zur Geduldsprobe wurde. Mit dankbarem Blick in Richtung des Bundestagsabgeordneten Burkhard Lischka (SPD) verwies Tischmeyer ebenso auf das Projekt der "barrierefreien Schleife", das auch durch Unterstützung der Calbenser Wohnungsbaugesellschaft (CWG) mit dem Kreuzungsausbau der Hospitalstraße noch in diesem Jahr begonnen werde. 2015 solle der grundhafte Ausbau der Neustadt aus dem gleichen Programm folgen.

Tischmeyer blickte vor den Gästen auf ein ereignisreiches Jahr 2014. Der Sparkurs werde Calbe weiter begleiten. "Eine Strategie des Kaputtsparens wird es auch in Zukunft nicht geben", machte Tischmeyer deutlich. Adressiert an den Salzlandkreis ergänzte er: "Es muss uns gestattet sein, ein Mindestmaß an freiwilligen Aufgaben vorzuhalten und finanziell bedienen zu können." Zudem sollen die Maßnahmen aus dem Krankenhaus- erlös abgeschlossen werden. Am 25. Mai werde in Calbe neben den Stadtrats-, Landrats-, Kreistags- und Europawahlen auch sein Nachfolger gewählt. "Für einen Abschied ist es aber noch zu früh", sagte Tischmeyer, dessen Amtszeit Anfang Oktober endet. "Bis dahin habe ich mir noch eine Menge vorgenommen."

Zwar wurde in diesem Jahr der traditionelle Wilhelm- Loewe-Preis nicht verliehen, dennoch ehrte das Stadtoberhaupt drei verdienstvolle Calbenser und zwei Institutionen der Stadt. Es sind der Roland-Chor, das Calbenser Blatt sowie Ortswehrleiter Uwe Wirth, THW-Ortschef Christoph Weigelt und Anita Straßburg. Darüber lesen Sie in der morgigen Ausgabe mehr.

   

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