Welsleben l Dichter Rauch umfängt die Vorschüler der Kindertagesstätte (Kita) "Die kleinen Welse". Ohne etwas zu sehen, tasten sie sich voran, ergreifen den Strahl der Taschenlampe von Feuerwehrmann Mario Brych, der sie am Boden ins Freie lotst. Nur wenige Meter dahinter, für die Kinder aber nicht sichtbar, beschützt sie Frank Garlipp, Leiter der Welsleber Jugendfeuerwehr.

Der Qualm ist weiß, er riecht süßlich, ist ungiftig und kommt aus einer Nebelmaschine. Trotzdem ist diese Situation beklemmend, selbst die aufgewecktesten Kinder halten einen Moment inne und setzen sich still an den langen Tisch im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Welsleben. Sie wissen, dass es eine Demonstration, eine Übung ist und doch wird ihnen schlagartig die große Gefahr bewusst, die ein Feuer für sie bedeutet.

Einmal im Jahr sind Kameraden der Wehr in der Kita, üben die Evakuierung im Notfall und nehmen die Vorschüler mit, um ihnen von sich, ihrer Arbeit und ihrer Technik zu berichten. Der Probealarm in der Einrichtung klappt problemlos. Die Handsirene ist laut und deutlich, die Kinder verlassen zügig und geordnet mit ihren Erziehern das Gebäude. "Es ist wichtig, dass sie wissen, wo es langgeht", erklärt der Ortswehrleiter, denn durch die Sanierung ihres Gebäudes sind die Kita-Kinder derzeit in einem Seitenflügel der Grundschule Juri Gagarin untergebracht. Wenig später stehen alle auf dem Sammelplatz, sehen aus großen Augen die Feuerwehrleute in voller Montur, sogar mit Helm, an. Übung erfolgreich und auch die Notrufnummer kennen die Knirpse bereits.

Die Vorschulkinder, immerhin sind es dieses Jahr 16 Mädchen und Jungen, durften sich dann noch im Gerätehaus umsehen, bestaunten die Technik und nahmen im großen Feuerwehrauto Platz. Die meisten Kinder waren nicht das erste Mal im Gerätehaus, was ein deutliches Zeichen für die Feuerwehr im Ort ist, die eine breite Öffentlichkeitsarbeit leistet. Die Kinder zu begeistern ist für Sabine und Frank Garlipp eine Herzensangelegenheit. Sie kümmern sich um die Kinder- und Jugendwehr im Ort. Einmal im Monat haben die Kinder Dienst und wer weiß, vielleicht sind schon beim nächstenMal einige der Kindergartenkinder mit dabei und verstärken die Truppe.

Zu guter Letzt, als auch wirklich jede Frage beantwortet war, teilen die Kameraden noch sogenannte Kinderfinder aus. Das sind zwei Aufkleber, von denen einer direkt an die Tür ins Sichtfeld geklebt wird. Der andere, der deutlich gelb reflektiert, kommt an die untere Anschlagecke der Tür. "Wenn es brennt, müssen wir wissen, ob Kinder im Haus sind und wo das Kinderzimmer ist", erklärt Garlipp die große Wirkung des Kinderfinders und demonstriert sie mit Hilfe der besagten Nebelmaschine.

Weitere Informationen zum Kinderfinder unter www.jugendfeuerwehr-st.de/themenwelt/kinderfinder