Der Abiturjahrgang 2014 des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums Schönebeck zeigte in einer abendfüllenden Veranstaltung sein musikalisches und darstellerisches Talent.

Schönebeck l "Abitur 2014 - Wir packen es jetzt an. Abitur 2014 - Endlich sind wir dran. Wir werden es bestehen, immer weiter gehen, nur so kommen wir ans Ziel. Keiner hält uns auf, Stress nehmen wir in Kauf. Wir geben dafür viel." Bei diesen Zeilen schossen einigen Besuchern des letzten Auftritts der 12. Klassen des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums in Schönebeck die Tränen in die Augen.

Ein letztes Mal wollten die Abiturienten zeigen, was in ihnen steckt. Denn sie können nicht nur bis zum Umfallen pauken. Der Einfall zu dem ungewöhnlichen und unterhaltsamen Abend kam den Schülern Ende November. "Es sollte ein besonderes Konzert für unsere Lehrer und Sponsoren werden", erzählt Elisa Wünsche. Die Zwölftklässlerin, selbst Chorsängerin, hatte die Organisation für das Konzert übernommen - Erfahrungen hatte sie bereits bei Chorkonzerten gesammelt. "Über das Programm haben wir dann demokratisch abgestimmt. Es gab einige Liedvorschläge und die Schüler stimmten ab. Außerdem kamen dann noch Vorschläge wie die Sketche oder die Rezitationen", erzählt sie.

Ideen sammelten sie im Internet und übten die Beiträge allein in der Freizeit ein. Keine Theater-AG mit entsprechenden Lehrkräften stärkte ihnen dabei den Rücken, alles wurde nur aus Schülerhand erdacht, koordiniert und organisiert.

Rockig, mit einer klaren Ansage für den Abend, starteten die Schüler mit "We will rock you", was alle Schüler des Abiturjahrganges gemeinsam sangen. Weiter ging es mit zahlreichen Rock- und Popliedern, dargeboten von Solosängern, dem Chor oder nur als Instrumentalstücke. Außerdem folgte der Cup-Song, bei dem sie mit zahlreichen Bechern Rhythmus und Melodie klopften und dazu sangen. Heiter ging es bei den Sketchen zu, die nicht zuletzt durch ihre Kostüme überzeugten.

Dass Kostüme und absolut grazil ausgeführte Bewegungsabläufe einen Saal in Hochstimmung versetzen können, bewies das "Männerballet". Die Zwölftklässler zeigten, wie elegant auch die Herren in Ballettröckchen zu Nussknacker- und Schwanenseemelodien tanzen können. Auch die rezitierten Texte waren mit Bedacht ausgewählt. Probleme der Jugend und des Erwachsenwerdens wurde damit angesprochen. "Wir wollten auch unsere erwachsenere Seite zeigen", begründet Elisa Wünsche.

Das war nicht das erste Mal, dass die Schüler sich für ihren Schulabschluss ins Zeug legten. Alle 55 Schüler sind bereits einmal zur Inventur in einem Supermarkt zählen gewesen, einige Jungs waren auch zur Inventur in einem Baumarkt, einen Kuchenbasar haben sie bei einem Motocrossrennen organisiert und natürlich in der Schule.

Fazit: Der gesamte Abend war besser als gedacht

Das große und am Freitag finale Engagement kam an beim Publikum. "Schon in der Pause hörten wir: Besser als gedacht. Und erst danach. Da waren sich alle einig, dass sie damit gar nicht gerechnet hatten. Das hatten sie nicht von unserem Jahrgang erwartet. Das sei das beste Programm, das sie seit Jahren gesehen haben, sagten die Lehrer. Das hat uns schon sehr stolz gemacht", sagt Elisa Wünsche noch immer ein wenig stolz.

Nicht nur Dank an ihre Lehrer, die sie seit der fünften Klasse begleitet und unterstützt haben, und an alle Sponsoren, die den Abiturienten finanziell in Sachen letzter Schultag, Abi-Zeitung und Abi-Ball unter die Arme griffen, wollten die Schüler damit sagen - sondern auch allen, die sie meistens nur aus dem Schulalltag kennen, zeigen, was sie außerhalb der Schule machen.

Auch wenn die Show jetzt schon einige Tage hinter den Schülern liegt, bleiben sie weiterhin geschäftstüchtig. Die Qualität ihres Programms hat sich schnell verbreitet und es gibt schon mehrere Anfragen nach "mehr". "Deshalb haben wir beschlossen, unser Programm auf DVD zu brennen und sie an Leute, die nicht da waren, auch zu verkaufen", offenbart die junge Organisatorin. Eine von den DVDs soll auch die ehemalige Schulleiterin Susanne Pilz bekommen. Sie konnte leider nicht kommen, schickte ihren ehemaligen Schülern aber eine liebe Karte. "Damit haben wir nicht gerechnet und haben uns sehr gefreut."

"Auch ich möchte gerne eine DVD von dem Abend haben, es war wirklich einmalig", schwärmt der jetzige Schulleiter Dr. Ulrich Plaga. "Zu erwähnen ist, dass das Programm eine reine Eigenleistung der Schüler war. Es gibt Jahrgänge, die bieten eine solche Veranstaltung an und es gibt Jahrgänge, die es nicht schaffen. Wir waren sehr begeistert und wurden musikalisch und kulinarisch verwöhnt. Viel zu Lachen gab es auch - eine rundum gelungene Sache!"

   

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