Der Baumverschnitt im Stadtgebiet bleibt ein leidiger Dauerbrenner, der bei Bürgern wiederholt für Ärger sorgt. Bauhofmitarbeiter haben jüngst in der Gartenstraße an Rotdornbäumen die Sägen angesetzt. Und das nach den Worten der Verantwortlichen nicht, um die Bäume zu verschandeln oder Anwohner zu ärgern.

Calbe l "Alle Jahre wieder das selbe traurige Bild nach dem Verschneiden der Bäume in unserer Stadt", sagt Ulrich Wurbs.Seit mehr als 50 Jahren lebt der Calbenser in der Gartenstraße. Ulrich Wurbs erlebt gern die Pracht der Rotdornbäume, die normalerweise im Frühling intensiv leuchtend erblühen. "Sie wurden immer in eine runde Form geschnitten, mal mehr, mal weniger", blickt Wurbs zurück.

"Aber in den letzten vier Jahren werden die Bäume regelmäßig bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt und haben so keine Möglichkeit mehr zum Blühen."

Einwände dieser Art kennen Calbes Bauhof-Mitarbeiter seit langem zur Genüge. Vielerorts in der Stadt werden sie von Anwohnern für ihre Arbeit kritisiert. Würden Bäume zurückgeschnitten oder gefällt, so Mitarbeiter Detlef Franz, sei es nicht richtig. Lasse man gesunde Bäume stehen, sei es manchmal ebenso nicht richtig. Manche Schäden seien für den Laien insbesondere bei guter Belaubung im Sommer überhaupt nicht auszumachen. Und leichtfertig würden Entscheidungen schon gar nicht getroffen.

Fakt ist: Rotdornbäume sind sehr anfällig für Schädlinge wie Raupen oder Blattläuse. Aber auch der Feuerbrand setzt dem Rotdorn gern zu. Doch bei einem womöglichen Schädlingsbefall schüttelt Ulrich Wurbs den Kopf. "Wenn man mal nachfragt, warum dieser radikale Schnitt erfolgt, heißt es Pilzbefall oder Erziehungsschnitt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Bäume einer Straße oder Stadtgebietes Pilzbefall haben oder einen Erziehungsschnitt benötigen." Vielmehr sieht der Calbenser in dieser Art des Baumverschnitts eine schnelle Erledigung der Arbeit ohne Nachdenken. Er empfiehlt den Mitarbeitern Schulungen. Dann wüssten sie, dass Rotdornbäume direkt nach der Blüte im Sommer beschnitten werden sollten.

Frank Berger vom Bauhof lässt auf sein Team um Detlef Franz nichts kommen. "Die wissen ganz genau, was sie tun. Und das seit vielen Jahren. Wir verschandeln keine Bäume. Und Anwohner ärgern wollen wir auch nicht."

Ulrich Wurbs formuliert es dagegen anders: "Es wird sich bemüht, dass Ruinen aus dem Stadtbild verschwinden, um Calbe attraktiver zu gestalten. Dazu gehört auch ein vernünftig verschnittener Baum."