Jetzt endlich: Im Mai soll der Startschuss für die Rekonstruktion der Kreisgrabenanlage zwischen Pömmelte und Zackmünde erfolgen. Nach rund drei Jahren Organisation und Planung wird dieses touristische Projekt nun plastisch - das Jahrtausende alte Konstrukt wird in die Gegenwart gebracht.

Pömmelte l Erleichterung schwingt in der Stimme von Tilo Wechselberger mit, wenn er von der Kreisgrabenanlage zwischen Pömmelte und Zackmünde im Altkreis Schönebeck spricht. Diese Erhellung der Stimmung ist nachvollziehbar. Schließlich ist das Ende eines jahrelangen Projektes endlich in Sicht. Im Mai nämlich soll der erste Spatenstich für das touristische Großprojekt des Landkreises gefeiert werden. Wenn alles nach Plan läuft, wird die Attraktion schon 2015 für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Was lange währt, wird also doch gut?

Geht man nach Tilo Wechselberger, Fachdienstleiter Kreis- und Wirtschaftsentwicklung, ist an diesem Sprichwort etwas Wahres dran. Denn die Kreisgrabenlage entstand 2000 Jahre vor Christi. 2005 wurden die konzentrischen Kreise bei einem Rundflug entdeckt.

Fördermittelantrag bei Lotto läuft noch

Und 2015 könnte das deutsche Stonehenge den Salzlandkreis als Touristenattraktion bereichern. Im Wege steht dem vorerst nichts.

"Wir haben zwei Fördermittelbescheide bekommen", sagt Wechselberger. Damit seien die rund zwei Millionen Kosten fast gedeckt. "Eine halbe Million Euro müssen wir noch beschaffen, teilweise zumindest", sagt er eher flapsig. Dafür laufe bereits ein Antrag bei Lotto Toto, und gleichzeitig liegen auf der hohen Kante bereits einige Mittel, unter anderem von der Sparkasse und der ostdeutschen Sparkassenstiftung.

Die finanzielle Seite des Projektes sollte also nicht mehr für Kopfzerbrechen sorgen. Doch die Umsetzung lässt noch einige Fragezeichen offen. Genau genommen geht es um das Baumaterial. "Wir brauchen für die Rekonstruktion 1200 spezielle Baumstämme", erklärt Tilo Wechselberger. Die Vorgaben: Es sollen Robinien sein, die zwischen 3,5 und 4 Meter lang sind.

"Wir haben hinsichtlich dieser Bedingungen eine neue Ausschreibung gestartet", sagt Wechselberger. Die 1200 Holzstämme werden dann die Kreisgrabenanlage darstellen. "Teils stehen die Stämme einzeln, teilweise werden sie miteinander verbunden sein", beschreibt der Fachdienstleiter das Aussehen des Projektes. Ein dazugehöriges 3-D-Modell ist schon längst erstellt, "jetzt sind wir beim Feintuning".

Läuft alles nach Plan, so soll die Rekonstruktion bis Oktober stehen. "Dann folgen nur noch die Restmaßnahmen wie das Anlegen der Zufahrtsstraße, des Parkplatzes und des Radweges zum Elberadweg", sagt Wechselberger.

Außerdem sieht der Plan eine Aussichtsplattform vor, die einen Blick auf die Kreisgrabenanlage aus zirka acht Meter Höhe ermöglichen soll. Deren Aussehen soll Gegenstand eines Architekturwettbewerbes sein. "Sie soll bewusst modern gebaut werden", nennt Wechselberger eine Vorgabe.

"Von dort aus wird man auch die zweite Kreisgrabenanlage bei Schönebeck sehen können", verrät Wechselberger. Diese ist zwar ebenso wie die von Pömmelte noch nicht angelegt, doch das soll ein Zukunftsprojekt des Landkreises sein, gibt Wechselberger einen Ausblick auf die weitere touristische Erschließung des Gebietes.

Verein könnte die Anlage betreuen

Doch zurück zur Gegenwart. Insgesamt hat der Landkreis eine Fläche von sieben Hektar für die Pömmelter Kreisgrabenanlage gepachtet. "Für dieses Vorhaben musste wir schwierige Verhandlungen führen", plaudert er aus dem Nähkästchen, warum die Umsetzung des deutschen Stonehenges länger gedauert hat als anfangs angenommen.

So bestand eine unerwartete Schwierigkeit darin, dass die vom Kreis vorgesehene Fläche für mehrere Jahre an einen Landwirt verpachtet war. Letztlich konnte aber eine Einigung zwischen der Klosterberge Stiftung als Verpächter, dem betroffenen Landwirt und der Kreisverwaltung gefunden werden.

Die Kreisgrabenanlage Pömmelte soll, so das Ansinnen der Kreisverwaltung, ein kostenfreies Angebot werden. Hintergrund: "Für uns fallen vor Ort keine laufenden Kosten an", erklärt Wechselberger. Die Betreuung der Touristenattraktion wird vermutlich in den Händen der Verantwortlichen des Salzlandmuseums in Schönebeck liegen. "Außer es findet sich ein Verein, der diese Aufgabe übernehmen möchte", nennt er eine Vision.