Sandra Schmidt ist in der Kita Eickendorf tätig - als erste Erziehungshelferin in der Gemeinde Bördeland. In ihrer neuen Aufgabe fühlt sich die 35-jährige Biererin sehr wohl.

Eickendorf l Sandra Schmidt ist Erziehungshelferin. Die erste in Bördeland - obwohl, eigentlich nicht, eigentlich doch: Sandra Schmidt hat sich dafür qualifizieren lassen, sich beworben und ist angekommen. Doch ihre Stelle konnte die junge Biererin am 1. September aufgrund einer anstehenden Operation nicht antreten. Somit ging der Posten an Daniela Kahl, die dann aber erfuhr, dass sie schwanger ist und ihre Arbeit beenden musste. Ein Zufall - zwei Glückliche: Daniela Kahl bekommt Nachwuchs, Sandra Schmidt kann nun doch - wie ursprünglich geplant - als Erziehungshelferin arbeiten. Vorrangig ist sie in der Kita Eickendorf eingesetzt, hilft in Notsituationen aber auch in den anderen Einrichtungen in der Gemeinde Bördeland.

"Ich fühle mich hier so wohl", schwärmt die 35-Jährige. "Das Team hat mich herzlich begrüßt und mich wie eine vollwertige Erzieherin aufgenommen, mich nicht spüren lassen, dass ich ,nur\' Erziehungshelferin bin." Das sei ja wohl keine Frage, betont Silvia Naumann. Die Kinder - derzeit knapp 60 - würden Sandra Schmidt mögen, so die stellvertretende Leiterin der Kita Kunterbunt, das Erzieherteam und die Eltern sie akzeptieren. Sandra Schmidt lächelt, solch Aussagen hört jeder gern.

Mit der Qualifizierung zur Erziehungshelferin hat sich die Mutter von einem Sohn einen Wunsch erfüllt. Sechseinhalb Jahre lang hat sie im Kinder- und Jugendclub der Volkssolidarität in Biere gearbeitet. Von Anfang an habe sie gewusst, dass die Arbeit mit Kindern ihr Ding ist, wie sie sagt. Aufgrund des neuen Kinderfördergesetztes (siehe Infokasten links) entschied sie sich zu dieser Weiterbildung. Ein halbes Jahr lang hat sie dafür in Schönebeck die Schulbank gedrückt, sich dann einfach in der Gemeinde Bördeland beworben und eine positive Antwort erhalten.

In der Kita kann sie fast alle Aufgaben einer Erzieherin erledigen. Fast heißt: keinen Früh- und Spätdienst. Sie darf nie alleine mit den Kindern im Haus sein, eine ausgebildete Erzieherin muss immer in der Nähe sein, um im Fall der Fälle Entscheidungen treffen zu können.

Ihre Stelle - Arbeitgeber ist die Gemeinde Bördeland - ist erst einmal bis Juli befristet. "Ich wäre traurig, wenn ich gehen muss", sagt Sandra Schmidt, denn jetzt fühle sie sich beruflich angekommen. Auch Silvia Naumann würde sie ungern gehen lassen: "Wir brauchen sie." Sie weiß aber: "Da spielt natürlich der Betreuungsschlüssel eine Rolle und wie viel Nachwuchs angemeldet wird." Schmunzelnd sagt die stellvertretende Leiterin zu Sandra Schmidt: "Dann müssen Sie ehrenamtlich weitermachen." Und zu der Redakteurin: "Die Kinder gehen gern zu ihr. Sie hat zu allen Altersgruppen einen guten Draht."

Zu der Befristung des Arbeitsvertrages sagt Bernd Möhring, Leiter des Ordnungs- und Sozialamtes in Bördeland, dass sich zeigen muss, wie sich die Situation entwickelt. Man müsse also von Jahr zu Jahr schauen, wie viele Kinder in den Einrichtungen angemeldet werden, ob eine zusätzliche Kraft erforderlich ist oder nicht. Derzeit sei der Bedarf in Eickendorf da, deshalb sei Sandra Schmidt auch dort tätig. Doch das könne sich ändern - je nachdem, in welcher der sechs Kita in Gemeindehand sie gebraucht werde.

   

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