Schönebeck l Christina Klemmer aus Sachsenland erlebte gestern morgen beim Frühstück eine böse Überraschung. "Wenn ich nicht wüsste, dass es Anfang Januar ist, dann würde ich den Artikel für einen Aprilscherz halten", sagt sie am Volksstimme-Telefon. Grund ihrer Wut ist das geplante Grundwasser-Frühwarnsystem, dass mit 19 Messpegeln in und um Schönebeck verlässliche Werte bringen soll (Volksstimme berichtete).

"Ich weiß überhaupt nicht, ob Henrik Scheffler weiß, wie das bei uns aussieht", sagt sie weiter. Sie müsse jeden Tag das Wasser aus ihrem Keller abpumpen. Eine Tatsache, die sie nicht nur viele Nerven, sondern auch viel Geld koste. "Das Geld, dass für das Mess-System ausgegeben wird, hätte man auch verwenden können, um endlich nach 15 Jahren einen ersten Schritt zu tun und uns zu helfen", so Christina Klemmer.

Der gleichen Meinung ist Margit Metzke aus Schönebeck. "Letztens wurde in der Volksstimme noch berichtet, dass man jede Menge Lösungsvorschläge in der Schublade liegen hat. Da soll man das Geld doch lieber da reinstecken", sagt sie. Ein Frühwarnsystem wäre gut und schön, eine Pumpstation wäre Margit Metzke lieber. "Vielleicht könnte man die alten Stationen in Felgeleben ja auch wieder hinstellen", sagt sie weiter.

"Mir stellen sich langsam die Fußnägel hoch."

Wolfgang Metzke aus Sachsenland (die beiden sind nicht miteinander verwandt) ist bei seinem Anruf richtig wütend. "Mir stellen sich langsam die Fußnägel hoch", sagt er. In rund 20 Jahren seien doch wohl genug Erkenntnisse gewonnen, um konkrete Maßnahmen zur Absenkung in Gang zu setzen. "Immer wird der zweite Schritt vor den ersten gesetzt, das ist doch unmöglich", so Metzke weiter. Um die Pegel abzulesen, müsse er nur in seinen Keller gehen. Wolfgang Metzke findet, dass die Verantwortung abgewälzt wird. Glücklicherweise würde bei den Stadträten aber langsam ein Umdenken stattfinden. "Sie hinterfragen die Geschichte jetzt wenigstens mal", sagt er.

Helmut Lehmann wird noch konkreter. "Ich hoffe, dass unser neuer Oberbürgermeister das endlich angeht, dem alten war es ja egal", sagt er. Außerdem sei die Messung der Pegel keine neue Erfindung. Eine Magdeburger Firma sei nach seinen Angaben schon seit mehr als einem Jahr mit der Messung beschäftigt. "Diese ganze Sache, das ist doch einfach Betrug an den Menschen", setzt er noch hinzu. Ein entscheidendes Thema für den Mann sind die Gräben und die damit verbundene Grabenpflege. In Barby sei von Holger Goldschmidt bestätigt worden, dass die Stadt für die Pflege verantwortlich sei. Er fände es gut, wenn es in Schönebeck genau so wäre. Zur Zeit ist hier der Unterhaltungsverband verantwortlich.