Mehr als 100 Jahre ist das Kanalsystem im Bereich der Bernburger Straße in Calbe alt. Jetzt droht aus einem beschädigten Teilstück Schmutzwasser auszutreten. Der Abwasserzweckverband (AZV) Saalemündung muss handeln.

Calbe l In der Bernburger Straße in Höhe des Denkmals an der Saalemauer ist hinter einem Kleintransporter ein kleines Zelt errichtet. Wer hineinschaut, sieht moderne Technik und ein Loch, das weit in den Untergrund von Calbe hinabführt. Siegfried Zajicek, technischer Leiter beim AZV, erklärt gegenüber der Volksstimme, dass es sich bei den Arbeiten um eine sogenannte Kanalbefahrung handelt. Mitarbeiter einer Spezialfirma lassen im Auftrag des AZV ein kleines Fahrzeug, ausgerüstet mit Scheinwerfern und Kamera, mehrere Meter tief in die Erde hinab. "Ein Abschnitt des Mischwasserkanals unter der Bernburger Straße ist massiv beschädigt", sagt Zajicek weiter. Es sei dringend Zeit, dass der AZV handele. Schmutz- und Regenwasser der Häuser an der Bernburger Straße drohen, im Erdreich zu versickern.

Zu den vorbereitenden Arbeiten gehöre es erst einmal, die Risse und Löcher im Gesteinsrohr mit der Kamerafahrt genau zu erfassen. Nach dem Einsatz des kleinen Fahrzeuges werden die Schadstellen zielgenau ausgebessert. Danach wird Kunststoff - ein sogenannter Inliner - in das alte Rohr gezogen, der mit UV-Strahlung verfestigt beziehungsweise ausgehärtet wird. "Das dürfte für die nächsten 50 Jahre reichen", schätzt Zajicek.

Die Sanierungsmaßnahme erstreckt sich über eine Kanallänge von rund 28 Metern und schlägt beim AZV mit rund 60 000 Euro zu Buche. Insgesamt verwaltet und wartet der AZV rund 290 Kilometer Kanalnetz.

Bis zum 7. Februar bleibt die Bernburger Straße in diesem Bereich für den Verkehr halbseitig gesperrt. Für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen besteht ein Fahrverbot. Sie werden ab dem "Lindendreieck" beziehungsweise der Neustadt umgeleitet.