Helmut Huppertz vom soziokulturellen Zentrum Treff hat sich mit seinem Team einiges vorgenommen. Bunte Graffiti und eine moderne Grünanlage - vor dem Gelände der Hermania an der Schollstraße entsteht eine Grüne Galerie im öffentlichen Raum.

Schönebeck l Spätestens seitdem das Bahnbrückental mit einem Graffiti verschönert wurde, wissen die Schönebecker: Das ist keine Schmiererei, das ist Kunst. Auch Helmut Huppertz vom soziokulturellen Zentrum "Treff" hat das erkannt. Ihm kam im vergangenen Jahr die Idee, die Stadt mit Hilfe urbaner Kunst zu verschönern. Als Vorbild diente die Freiraumgalerie aus Halle. Verschiedene Künstler verschönerten in Halle-Freiimfelde verschiedene Häuser und trugen so erheblich dazu bei, das Viertel attraktiver zu gestalten.

"Das wollen wir jetzt auf Schönebeck übertragen", sagt Helmut Huppertz. Schnell stand fest, dass die Geschwister-Scholl-Straße Ziel der Aktion werden soll. "Zwischen der Bahnhofstraße und dem Friedhofsweg erstreckt sich ein trostloses Bild von Brachflächen, maroder Bausubstanz und Industrie", heißt es im Konzept. Als Schirmherr konnte Helmut Huppertz Gunnar Schellenberger (CDU) gewinnen. Der kümmerte sich auch gleich um die Finanzierung des Projektes. "Die Klosterberge-Kunststiftung Sachsen-Anhalt stellt uns 15000 Euro zur Verfügung", so Huppertz. Insgesamt kostet das Projekt rund 26000 Euro. Die Differenz wird über Spenden und Sponsoren zusammenkommen.

Was aber ist genau geplant? Auf dem Gelände der Hermania ist ein großes Stück Mauer frei, insgesamt um die 200 Quadratmeter. Davor befindet sich eine Grünfläche. Diese soll zunächst im April und Mai bepflanzt werden. "Das wird gemeinsam mit Jugendlichen gemacht", sagt Helmut Huppertz. Unter anderem soll hier der Christliche Verein Junger Menschen und die Grund- und Sekundarschule Maxim Gorki mitwirken. Die Ideen, ob Beete entstehen oder Nutzpflanzen angebaut werden, sind noch völlig offen und sollen in Workshops entwickelt werden.

Identifikation mit der Fläche

Von Juni bis Oktober geht es dann an die Wände. "Ich konnte dafür schon zwei Graffitti-Künstler aus Schönebeck begeistern", sagt Helmut Huppertz. Auch das Team aus Halle wird vor Ort sein und die Wände gestalten. Die Planer sind außerdem am überlegen, ob es zwei Wandteile geben soll, die von jedem besprüht und bemalt werden dürfen.

"Dadurch, dass so viele Institutionen und Einrichtungen wie möglich einbezogen werden, soll eine starke Identifikation mit der Fläche stattfinden", sagt Helmut Huppertz. So steht bei der Bepflanzung das Bauamt mit Rat und Tat zur Seite.

Dezernent Guido Schmidt ist guter Hoffnung, dass die Schollstraße dadurch aufgewertet wird. "Es passiert ja jetzt schon etwas mit den Maßnahmen, die wir dort geplant haben", sagt er. Die Straße sowie die Gehwege bekommen eine Generalüberholung (Volksstimme berichtete). "Mit den Impulsen, die da jetzt hinzu kommen, entsteht da eine echte Entwicklung", sagt er weiter.

Das Besondere an der Galerie ist, dass sie jeder schon beim Vorbeifahren oder -laufen ansehen kann. "Das wird die Blicke weg vom Hässlichen auf das Schöne lenken", so Helmut Huppertz. Langfristig hoffen alle Beteiligten, dass die Galerie die Schollstraße zu einem Schmuckstück macht und langfristig dafür sorgt, dass sich hier wieder Bürger ansiedeln.

Hendrik von Busse ist Teil der Freiraumgalerie in Halle. "Wir sehen in Straßen wie der Schollstraße nicht das Hässliche, sondern den Freiraum, wo wir Farbe hinpacken können", sagt er. Die Fantasie der Künstler sei direkt angeregt worden. "Wenn das fertig ist, zieht es automatisch die Blicke auf sich und das ist doch super für die Bürger", sagt Hendrik von Busse weiter.

Bei allen Beteiligten ist die Aufbruchstimmung zu spüren. Sie wollen die Stadt in einen besseren Ort verwandeln. "Ohne Kunst und Kultur kann kein Mensch leben", sagt Helmut Huppertz. In seinem Kopf hat sich bereits ein ganzes Bündel von Ideen gebildet. So hat er zum Beispiel den alten Speicher an der Schollstraße im Auge. "Wenn wir den bemalen, dann zieht das Menschen aus aller Welt nach Schönebeck", sagt er hoffnungsvoll. Auch das Bahnbrückental wartet in Huppertz Augen auf Vollendung. "Aber jetzt fangen wir erst mal mit einer Sache an und schauen wie das läuft", sagt Helmut Huppertz.