Schönebeck l Schöne Töne waren beim Neujahrsempfang von Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung, kurz MIT, sowie CDU-Ortsverband in Schönebeck zu hören (wir berichteten). Doch im Nachgang folgen Misstöne. Petra Grimm-Benne, Vorsitzende des Fördervereins der Kammerphilhamonie, hat erfahren, dass die Musiker unentgeltlich aufgetreten sein sollen. "Einen solchen Vorwurf kann und darf ich als Fördervereinsvorsitzende nicht unhinterfragt lassen. Sollte sich dies bewahrheiten, sehe ich mich zu energischem öffentlichen Widerspruch veranlasst", schreibt sie an Gunnar Schellenberger, MIT-Chef Schönebeck. Die SPD-Landtagsabgeordnete erinnert ihren CDU-Kollegen, der auch Kulturausschussvorsitzender ist, an die wiederkehrende Finanzierungsproblematik des Klangkörpers. "Dies vorausgeschickt, stellt eine unentgeltliche Inanspruchnahme des Orchesters einen Betrug an allen Konzertbesuchern dar, die durch ihr Eintrittsgeld einen ständigen Beitrag zum Bestand der Kammerphilharmonie leisten."

Gunnar Schellenberger versteht die Aufregung nicht. "Ich habe mich sehr gefreut, dass die Musiker unentgeltlich aufgetreten sind und damit meine jahrelange Arbeit gewürdigt haben." Der Auftritt sei in der Freizeit der Künstler passiert, sie hätten sich dazu selbst entschieden. "Unabhängig davon habe ich am nächsten Tag eine Privatspende überwiesen mit der Anmerkung: ,Danke für den MIT-Neujahrsempfang\'", erklärt Gunnar Schellenberger im Gespräch mit der Volksstimme. Zur Höhe der Spende wollte er sich nicht äußern und auch den Inhalt des Briefes von Petra Grimm-Benne nicht weiter kommentieren.

Hans-Jörg Simon, Geschäftsführer der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie, teilt dazu mit, dass lediglich die Bläsergruppe aufgetreten sei, die natürlich die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie repräsentiert habe. Die Einladung sei relativ kurzfristig erfolgt. "Deshalb war unsere Mitwirkung nur möglich, weil sich die Musikerkollegen einschließlich ihres Dirigenten freiwillig dazu bereiterklärt haben, außerhalb ihres Orchesterdienstes zu musizieren", so Simon. Für die gemeinnützige Gesellschaft seien somit keinerlei Kosten entstanden. Dafür danke er ausdrücklich den beteiligten Kollegen. Da es nun schon seit Jahren keinen Neujahrsempfang der Stadt mehr gebe, habe diese Veranstaltung ermöglicht, zumindest einen Teil des Orchester vor Politikern und Unternehmern der Region zu präsentieren und "uns auch für die zum Teil jahrelange Unterstützung zu bedanken", betont Simon.

 

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