Winterzeit ist Drängewasserzeit. Seit Jahren fordern besonders Wespen und Gnadau praktische Maßnahmen zur Absenkung des Grundwassers. Eine solche wäre die Absenkung des Tornitzer Kiessees, der als Puffer dient und gegenwärtig randvoll ist. Doch die Realisierung gestaltet sich zähe.

Barby l Beim Neujahrsempfang der Stadt Barby verbreitete Ekkehard Wallbaum vom Umweltministerium kürzlich Hoffnung, dass in diesem Jahr mit dem Bau des sogenannten Abfanggrabens begonnen werden kann. Dabei handelt es sich um ein Projekt gegen die Vernässung im Raum Schönebeck.

Doch wann werden Maßnahmen realisiert, die den Anschluss des Tornitzer Kiessees an den Landgraben schaffen?

Eine Frage, die im Raum Barby immer wieder gestellt und die auch in der Volksstimme nicht zum ersten Mal diskutiert wird. Seit vor drei Jahren Teile von Tornitz beinahe absoffen, ist der Grabenanschluss Thema.

Es geht um rund 130 Meter Graben, der über freies Feld führt. Er würde das Wasser des Sees absenken. Der Landgraben beginnt in Tornitz und mündet nördlich von Glinde in die Elbe. Gegenwärtig kommt am dortigen Mäuserinnensiel kein Wasser an, der Kiessee ist aber randvoll. Mit der Ableitung würde Speicherraum in Hoch- und Drängewasserzeiten geschaffen. Die Bauausführung wäre ein Klacks für Grabenbagger Co., nicht aber für die gesetzlich vorgeschriebenen Abläufe (siehe Gastkommentar).

Finanzierung steht, Ausschreibung im Herbst

Laut Bauamtsleiter Holger Goldschmidt wurde das Projekt auf den Weg gebracht. Das Planungsbüro sei beauftragt worden, die Finanzierung von rund 70000 Euro stehe ebenfalls. Auch bei der Zusage der Landeigentümer sieht Goldschmidt keine Probleme. Nach Abschluss der Planung müssen laut Gesetz die Träger öffentlicher Belange zustimmen. Das beginnt bei der Archäologie und endet bei der Feuerwehr.

Nach seiner Erfahrung hofft Holger Goldschmidt im Herbst auf den Abschluss dieses Verfahrens. Ob dann der Auftrag allerdings "schon" ausgeschrieben wird, ist offen. Möglicherweise geschieht das erst im Frühjahr 2015.