13 Frauen und Männer wollen die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen. Dafür nehmen sie am Integrationskurs der Kreisvolkshochschule teil - am 11. Februar beweisen sie sich im Einbür- gerungstest.

Schönebeck/Calbe l Eine bunte Mischung - nicht nur vom Alter her, sondern auch ihrer Nationalität nach - bieten die Frauen und Männer, die seit Juni zu dem Einbürgerungskurs gehören, der von der Kreisvolkshochschule angeboten wird. Aus Syrien, Mexiko, der Ukraine, Kasachstan, aus dem Irak und aus Algerien sowie Griechenland stammen die Teilnehmer, die bei Andrea Hennig nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch die Politik und Kultur kennenlernen.

"Seitenweise wurden Lehrbücher durchgearbeitet, Texte gelesen, Grammatikregeln eingeübt und das verstehende Hören trainiert", zählt Andrea Hennig auf, was sie mit ihren 13 Teilnehmern des Integrationskurses in den vergangenen sieben Monaten getan hat. Täglich von 8 bis 12 Uhr kommen die Frauen und Männer in der Kreisvolkshochschule zusammen. Hier absolvieren sie einen Deutsch-Kurs und den sogenannten Orientierungskurs. "In jeder Woche kamen mit neuen Themenbereichen neue Wörter hinzu, wodurch der Austausch untereinander immer intensiver werden konnte", berichtet Andrea Hennig. Manche kämpfen dabei mit der Suche nach passenden Vokabeln, andere mit der Aussprache und wieder andere mit der Akzentuierung. Ziel ist das Bestehen des Einbürgerungstestes. Der wiederum trägt dazu bei, dass ein bisheriger Nicht-Staatsbürger die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten kann.

"Wir wollen wissen, wo wir uns bei Fragen hinwenden können und worin unsere Pflicht besteht", sagt beispielsweise Ludmila Seel. Die 45-Jährige nimmt mit ihrem Lebensgefährten Aleksandr Belenskiy (47) an dem Kurs teil. Sie stammt aus Kasachstan und ist 2003 nach Deutschland gekommen. Er kommt aus der Ukraine, lebt bereits seit 1989 hier. Kennengelernt hat sich das Paar in Magdeburg, heute wohnen beide in Tornitz gemeinsam mit ihren zwei Kindern. "Zuhause sprechen wir beide Sprachen, abwechselnd. Es kommt immer darauf an, in welcher Sprache uns die Wörter zuerst einfallen", berichtet Ludmila Seel.

Erst seit einem Jahr lebt Mehmed Alusch in Schönebeck. Der 48-Jährige stammt aus Syrien. "Ich möchte gern hier bleiben", sagt der Familienvater, dessen Ehefrau ihm erst vor wenigen Tagen nachgezogen ist und nun auch in der Elbestadt lebt. Um hier Fuß zu fassen, hat sich Mehmed Alusch dem Integrationskurs gestellt.

Aus politischen Gründen ist Shaalan Hasan Khiro aus dem Irak geflohen. Der 27-Jährige hat den Status einer Duldung in Deutschland. Auch wenn der junge Mann keine Ausbildung vorweisen kann und ohne seine Familie hier lebt, so will der Iraker in Schönebeck bleiben.

Nicht allein ist Yamina Akroum. Die 37-Jährige lebt seit einem Jahr hier bei ihrem Ehemann. Weil sie Kontakt zu anderen Menschen sucht, lernt sie die deutsche Sprache - und sie möchte studieren, vielleicht später als Dolmetscherin arbeiten.

Ebenfalls die Liebe hat Brenda Gonzales Montero nach Deutschland gelockt. Die 20-Jährige stammt aus Mexiko, seit April lebt sie in Schönebeck bei ihrem Ehemann. "Ich lebe in Deutschland, also möchte ich auch diese Sprache sprechen", argumentiert sie. Mit ihrem Mann sei es momentan noch eine Mischung aus Spanisch und Deutsch. Wenn ihre Sprachkenntnisse gut genug sind, möchte die 20-Jährige Tiermedizinerin werden.

Für Mohamed Zakour Schiech Bastni ist die Berufswahl abgeschlossen. Der 47-Jährige ist Maurer. In Griechenland hatte er keine Arbeit gefunden und in Syrien herrscht Krieg, deshalb ist er 2012 nach Deutschland gekommen. Neben dem Deutschlernen bereitet sich der Grieche derzeit auf sein zweites Kind vor - denn seine Frau, die aus Syrien stammt, ist schwanger.

Am 11. Februar werden sich die Teilnehmer des Kurses beweisen - dann stellen sie sich dem Einbürgerungstest. Er besteht aus 33 Fragen aus einem Katalog von 310 Fragen, von denen 17 richtig beantwortet werden müssen.