Calbe l Im Disput um die eingestellte Müllentsorgung Am Brotsack in Calbe zeichnet sich offenbar eine Zwischenlösung ab. Gestern Vormittag trafen sich die Mitglieder des Umwelt-, Planungs-, Verkehrs- und Wirtschaftsausschuss des Salzlandkreises erneut vor Ort. Mit dabei waren neben Bürgermeister Dieter Tischmeyer, Ehrenratsvorsitzendem Georg Hamm und zahlreichen Anwohnern auch Vertreter der Berufsgenossenschaft sowie der Unfallkasse Sachsen-Anhalt.

Entsorgungskonzept für den gesamten Salzlandkreis

Letztere unterstrichen einerseits nochmals die Notwendigkeit zum Einhalten der Arbeitschutzvorschriften für die Fahrer der großen Entsorgungsfahrzeuge des Kreiswirtschaftsbetriebes. Anderseits sei es in ähnlich gelagerten Fällen an anderen Orten bereits zu tödlichen Unfällen gekommen.

Ausschussvorsitzender Gunnar Schellenberger (CDU) betonte, dass in Zusammenarbeit mit dem Kreiswirtschaftsbetrieb als Entsorger nun kurzfristig eine zumutbare Lösung gefunden werden konnte. Neben einer neuen Containersammelstelle an der Barbyer Straße sei eine zusätzliche Sammelstelle am Brotsack als Übergangslösung eingerichtet worden. Zudem verwies er darauf, dass der Ausschuss lediglich eine Empfehlung an den zuständigen Betriebsausschuss Kreiswirtschaftsbetrieb geben könne.

Ralf Felgenträger, Leiter des Kreiswirtschaftsbetriebes, erklärte, dass es sich beim Brotsack um eine von zwölf Straßen im Salzlandkreis handele, die von den Müllfahrzeugen nicht angefahren werde. Nun solle ein Entsorgungskonzept für den gesamten Salzlandkreis auf den Tisch, denn der Brotsack ist kein Einzelfall. Dafür seien die Fahrer der Entsorgungsfahrzeuge nun angehalten, einen Tourenplan zu erstellen, der die Entsorgungsmodalitäten schwarz auf weiß für jede Straße aufschlüsselt. Das benötige Zeit, mindestens ein Leerungsturnus, so Felgenträger. Bis zur nächsten Sitzung am 17. Februar sei dies keinesfalls zu realisieren. Kreistagsmitglied Sven Hause (SPD-Fraktion): "Es ist enttäuschend, dass eine solche Konzeption so lange dauert. Das Problem der extremen Überalterung im Salzlandkreis beinflusst auch die Entsorgung." Felgenträger konterte, dass es nicht die Aufgabe des Kreiswirtschaftsbetriebes sei, eine Entsorgung nach der Demographie zu erarbeiten. Zudem sei man ein Jahr in ständigem Kontakt mit der Stadtverwaltung gewesen, allerdings ohne Ergebnis. Nach der Übergangsvariante müsse endlich an einer langfristigen Lösung gearbeitet werden, forderte Johann Hauser (FDP). Georg Hamm (CDU) erneuerte seine Forderung, endlich den Einsatz beziehungsweise die Anschaffung kleinerer Entsorgungsfahrzeuge für kleinere Straßen im Salzlandkreis zu prüfen. Gunnar Schellenberger machte deutlich, dass dafür auch Änderungen im Wirtschaftsplan des Kreiswirtschaftbetriebes diskutiert werden müssten.

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