Voraussichtlich im Herbst dieses Jahres soll mit der Umgestaltung der 80 Meter langen Kirchgasse begonnen werden. Darüber wurde in der jüngsten Ortschaftsratssitzung informiert.

Barby l Das Doppelprojekt sieht die Sanierung und Umgestaltung von Kirchgasse und Schulstraße vor. Beide Straßenzüge befinden sich im Altstadtsanierungsgebiet. Das bedeutet, dass die Anlieger keine Ausbaubeiträge bezahlen müssen.

Planer Manfred Ehspanner stellte mehrere Projektvarianten im Ortschaftsrat vor. Wobei es zwei generelle Dinge zu entscheiden galt: Was soll die Schulstraße in den Seitenbereichen dominieren? Grünflächen oder Parkplätze? Um es vorweg zu nehmen: In der nachfolgenden Diskussion mit den Ortschaftsräten wurde den Parkplätzen der Vorzug gegeben. Und das aus gutem Grund: In dem schmalen Straßenzug befindet sich Barbys einzige Kindertagesstätte. Besonders in den frühen Vormittagsstunden geht es dort wie in einem Taubenschlag zu, wenn die Eltern ihr Sprösslinge in die Kita bringen. Wie Anwohner berichten, sei dann die Straße kurzzeitig "doppelreihig" zugeparkt. Wenn dann noch die Müllentsorgungsfahrzeuge ihre Tour machen, werde es chaotisch. Vor allem deswegen, weil die enge Einmündung zur Kirchgasse zum großen Problem wird.

All diese Dinge wurden vom Planungsbüro berücksichtigt. Möglichst viele Parktaschen sollen die Situation entschärfen helfen.

Wie Manfred Ehspanner anhand von Plänen deutlich machte, soll das Erscheinungsbild von Schulstraße/Kirchgasse dem des bisher sanierten Innenstadtkerns ähneln. Das betrifft Pflaster, Straßenbelag und Straßenbeleuchtung.

Eine klare Absage erteilten die Ortschaftsräte den sogenannten Lesesteinen. Sie wurden bei Stadtsanierungen Mitte der 90er Jahre zwischen Gehwegplatten und Hausfassaden verlegt. Da es sich um Natursteine handelt, die von der Eiszeit rund geschliffen wurden, halten sie nicht. So findet man heute an mehreren Stellen hässliche Löcher in der Pflasterung, wo diese "Flusskiesel" gelockert sind oder fehlen. "Die Dinger einzubauen wäre Wahnsinn", brachte es der Abgeordnete Joachim Blume auf den Punkt.

Wobei sich mal wieder zeigt, dass unsere Altvorderen genau wussten, was sie taten. So wurden beispielsweise in den 30er Jahren die Gehwege im Magdeburger Tor mit Mosaiksteinen gepflastert; in den Traufbereichen setzte man kantige Grauwacke. Was funktional war und schön aussah. Bis der Rat der Stadt aus unerfindlichen Gründen in den 70er Jahren dieses Pflaster heraus reißen und durch hässliche Betonplatten ersetzten ließ. So ist es bis heute geblieben. (Man munkelte damals, dass das Mosaik-Kleinpflaster von Schalck-Golodkowskis geheimen Bereich für Kommerzielle Koordinierung in den Westen verkauft wurde ... )

Die Fahrbahn der Schulstraße besteht aus Kupferschlackesteinen. Diese sollen für die Parktaschen verwendet werden, für die Fahrbahn ist Betonpflaster vorgesehen.

Auch die Einbahnregelung dürfte im Zuge der Umgestaltung noch mal auf den Prüfstand kommen. Sie war im Frühjahr 2011 eingeführt worden, wobei man sich bis heute über die Sinnhaftigkeit strei-tet.

Das mit der Altstadtsanierung beauftragte Planungsbüro wird die Wünsche des Ortschaftsrates ebenso wie die des Bauausschusses in die Gestaltung einfließen lassen. Das letzte Wort hat der Stadtrat im März.

Bauamtsleiter Holger Goldschmidt rechnet mit dem Baubeginn in der Kirchgasse im Herbst, die 162 Meter lange Schulstraße würde im kommenden Jahr folgen.

 

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