Die in der Feuerwehr Salzelmen Engagierten könnten glücklich sein: Sie haben weder im Aktiven- noch im Nachwuchsbereich Sorgen. Der Ausbildungsstand ist vorbildlich. Dennoch quält sie ein Problem: Das Gerätehaus bietet alles andere als annehmbare Zustände.

Schönebeck-Bad Salzelmen l Eigentlich braucht Wehrleiter Steffen David nicht viel dazu zu sagen. Ein Blick ins Gerätehaus reicht völlig aus, um zu wissen, hier muss sich etwas tun - und zwar schnellstens. Fahrzeuge, Material und Einsatzkleidung sind auf engstem Raum. Wer die Fahrzeuge in die Halle fährt, braucht erst einmal Mut, sich das zuzutrauen, dazu ein gutes Augenmaß und ein ruhiges Händchen. Schläuche müssen mit Bedacht aus dem Regal genommen werden, um nicht das Fahrzeug nur wenige Zentimeter weiter zu berühren. Dazwischen ist irgendwie auch noch ein wenig Wand übrig, an der die Uniformen hängen.

"Es müssen DIN-gerechte Stellplätze für unsere fünf Fahrzeuge geschaffen werden", fordert Steffen David erneut in seinem Rechenschaftsbericht am Freitagabend während der Jahreshauptversammlung. Der Wehrleiter betonte, dass "momentan kein einziges Fahrzeug auf einem vernünftigen Stellplatz" stehe. David formulierte vorsichtig, dass man hier sehr beengte Verhältnisse habe: "Wer etwas stabiler gebaut ist, für den ist es fast unmöglich, ins Fahrzeug zu kommen, da es sehr eng zur Wand steht." Das Einparken sei Millimeterarbeit.

Es gebe keinen Umkleide- und Sanitärbereich. "Die Kameraden ziehen sich hinter den Fahrzeugen um", so Steffen David. Es sei auch kein Wehrleiterzimmer vorhanden, keine ausreichend große Räumlichkeit für die Jugendwehr. Stattdessen seit Jahren immer wieder Ausnahmegenehmigungen.

Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU), zum ersten Mal bei der Feuerwehr Salzelmen, hatte die Bilder, die im Zuge des Rechenschaftsbericht, zu sehen waren, aufmerksam betrachtet. "Was ich aus der Jahreshuptversammlung mitnehme: Hier herrschen missliche Räumlichkeitsprobleme. Die Bilder sprechen für sich", so das neue Stadtoberhaupt.

Doch Bert Knoblauch hatte gute Nachrichten dabei: In diesem Jahr sollen für den Umbau Bauvoranfrage und Planung laufen. "Ich hoffe, dass das Projekt dann 2015/16 realisiert werden kann. Damit zu den Gefahren in Einsätzen nicht noch die Gefahren beim Umkleiden und Ausparken kommen."

Uwe Tandler, Abschnittsleiter und selbst Mitglied in der Wehr Salzelmen, hörte das gern: "Die Wehr Salzelmen ist im Stadtgebiet Schönebeck die Wehr mit den zweitmeisten Einsätzen. Und dann hier solch` katastrophale Zustände."

Auch Steffen Behm, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion, merkte an, dass er die Kritik an den baulichen Zuständen leider schon im vergangenen Jahr während der Jahreshauptversammlung vernommen habe. Jetzt zeigte er sich optimistisch: "Die Bauvoranfrage läuft ..." Sabine Dirlich, Vorsitzende der Stadtratsfraktion Die Linke, verwies auf die einstigen Probleme der Wehr Tischlerstraße. Nun gebe es dort den Neubau, "jetzt ist dort alles okay". "Jetzt ist hier der Schwerpunkt", betont sie, fügt aber im gleichen Atemzug an: "Allerdings haben auch andere Wehren ihre Sorgen."

 

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