Schönebeck l Übervolle Glascontainer, Flaschen und Scherben neben den Boxen, zusätzlicher Müll auf den Sammelplätzen für Altglas - damit soll in der Region Schönebeck jetzt Schluss sein. Die verantwortlichen Entsorger wollen in Zusammenarbeit mit dem Kreiswirtschaftsbetrieb des Salzlandkreises in den kommenden Monaten die Container austauschen: Anstelle der Behälter mit 1.100 Litern Fassungsvermögen sollen sogenannte Iglus aufgestellt werden. Sie haben eine Kapazität von 2.000 Litern.

Die bisherigen, kastenförmigen Container seien noch ein Überbleibsel der Glasentsorgung aus dem Altkreis Schönebeck. "Wir hoffen, dass sich mit den Iglus die Probleme von Verunreinigungen, die auch Gefahrenstellen im öffentlichen Raum sind, erledigen und die Sammelplätze sauber bleiben", sagt Ralf Felgenträger, Leiter des Kreiswirtschaftsbetriebes.

Die Leitung des kommunalen Unternehmens hat in der vergangenen Woche Gespräche mit der zuständigen Firma geführt. Beauftragt mit der Altglasentsorgung im Salzland ist die Mitteldeutsche Logistik GmbH Halle mit ihrem Betriebssitz in Wanzleben/Börde. Die Vergabe regelt das Duale System des Bundes - der Kreiswirtschaftsbetrieb wird innerhalb des Verfahrens angehört.

Die Mitteldeutsche Logistik will ab April/Mai die Iglus aufstellen. Die Umstellung erfolge auf eigene Kosten, hieß es. "Uns war es wichtig, dass es im Landkreis ein einheitliches Sammelsystem gibt", erklärt Ralf Felgenträger. Die Erfahrungen im Raum Bernburg beispielsweise hätten gezeigt, dass die Altglas-Iglus in vielen Bereichen von Vorteil sind. "Die Behälter haben kleine, runde Öffnungen. Damit wird verhindert, dass Unrat an anderer Stelle hinein kommt", nennt der Chef des Kreiswirtschaftsbetriebes einen Vorteil. Zudem passen die Iglus besser zur Technik der Fahrzeuge. "Aufgrund dieser verbesserten Ladelogistik ist ein sauberes Entleeren möglich, das kann für die Sammelplätze nur von Vorteil sein", sagt Ralf Felgenträger.

Im Betriebsausschuss des Kreiswirtschaftsbetriebes hört man die Ankündigung gern. Dennoch wollen die Kreistagspolitiker die Umstellung kritisch begleiten. Willi Kannegießer (SPD-Fraktion) fordert, dass der Kreiswirtschaftsbetrieb noch einmal genau prüft, ob die Stellplätze den neuen Iglus mit mehr Fassungsvermögen entsprechen. "Altglas-Entsorgung ist Daseinsfürsorge.

Die Mitteldeutsche Logistik hat den Auftrag in einer Ausschreibung gewonnen. Sie muss die Vorgaben einhalten und mit den vorgeschriebenen Containergrößen klarkommen. Oder eben den Auftrag abgeben", sagt der Barbyer. Es könne nicht sein, dass die Firma ihr System aufzwinge. "Großcontainer sind für Großstädte, aber Dörfer sind keine Großstädte." Ralf Felgenträger entgegnete, dass er keine Probleme mit den Stellplätzen sehe, aber die Anfrage prüfen werde. In den anderen Regionen des Kreises hätten die Fahrzeuge keine Probleme.

Johann Hauser (FDP-Fraktion) wollte wissen, wer die Verunreinigungen an Altglas-Sammelstellen beseitige, wenn sich neben den Flaschen anderer Müll türme. Ralf Felgenträger erklärte, dass würden die Wirtschaftsbetriebe der Kommunen oder des Kreises übernehmen und entsprechend Kosten haben. "Allein deshalb sollten wir genauestens darauf achten, dass die Altglasentsorgung funktioniert", sagt Johann Hauser.