Schönebeck l Im Jahr 2007 zog Werner Herejk ins Haus Luise ein. Der damals 73-Jährige musste den Tod seiner Frau verkraften, die während des Umzuges plötzlich verstarb. Für den rüstigen Mann war schnell klar: Ich brauche eine neue Aufgabe. Gut also, dass Hermann Srb, Leiter der Geschäftsstelle des Allgemeinen Behinderten Verbandes Sachsen-Anhalt in Schönebeck ihn fragte, ob er im Haus mithelfen möchte. "Seitdem bin ich hier quasi das Mädchen für alles", sagt Werner Herejk lächelnd.

Den Saal für Veranstaltungen umräumen oder den Abfall entsorgen - das sind nur einige der Aufgaben, die er seitdem ehrenamtlich übernimmt. Vor allem aber kümmert sich Herejk darum, dass die Räume abends immer sicher abgeschlossen sind.

An seinem 80. Geburtstag müssen die Aufgaben kurz ruhen, denn beim wöchentlichen Treffen zum Kaffee steht er einmal selbst im Mittelpunkt. "Das passt ganz gut zusammen mit dem Feiern, letztes Jahr auch schon, da fiel mein Geburtstag mit Fasching zusammen", sagt Werner Herejk. Der Mann trägt stets ein Lächeln im Gesicht und hat für alle Gäste und Bewohner des Hauses Luise ein offenes Ohr.

"Es ist toll wie uneigennützig er ist und wie er sich für alle einsetzt", sagt Hermann Srb über ihn. Werner Herejk sei einfach die treue Seele des Hauses.

Dabei war sein Lebensweg kein leichter. Als Vertriebener musste er 1947 seine Heimat Schlesien verlassen. Danach war er 40 Jahre lang bei der Volkspolizei als Maschinenschlosser tätig.

Am heutigen Sonnabend feiert Werner Herejk seinen Geburtstag noch einmal groß. Dann werden nicht nur seine Freunde von den ortsansässigen vertriebenen Schlesiern zu Gast sein, deren Vorstandsmitglied er ist. Auch seine Tochter Sabine Burghausen, die beiden Enkel und zwei Urenkelkinder werden mit der guten Seele des Hauses Luise feiern.