Zu alt, zu groß, zu verwinkelt und letztendlich zu teuer: Das Domizil des städtischen Bauhofs in der Nienburger Straße gilt seit langem alles andere als ideal. Mit der anvisierten Schließung der Sporthalle in der ehemaligen Zuckerfabrik denkt die Stadt jetzt über effektive und kostengünstigere Alternativen nach.

Calbe l Wenn Bauhofmitarbeiter Frank Berger durch die verwinkelten Gänge des altehrwürdigen Backsteinbaus führt, dann gleicht die Zuckerfabrik eher einem Bunker als dem Sitz des städtischen Bauhofes.

"Seit Jahren ist es eigentlich ein Provisorium", erklärte auch Katrin Müller von der Bauverwaltung im jüngsten Bauausschuss. "Wir verzeichnen einen großen Investitions- und Reparaturstau am Gebäude", informierte sie die Ausschussmitglieder.

Da auch per Stadtratsbeschluss zum Jahresende die Sporthalle in der Zuckerfabrik schließen soll, würde die Unterhaltung des Gebäudes für die Stadt sowieso zu teuer werden. "Beispielsweise ist das alte Heizungssystem sowohl für die Sporthalle als auch für den Bauhof ausgelegt", erklärte Katrin Müller.

Stadt bringt bislang vier Varianten für Bauhof ins Spiel

Für die Stadt wird es daher Zeit, sich Gedanken über eine Zukunftslösung für eine geeignete Unterkunft des Bauhofes samt Mitarbeitern und Maschinenpark zu machen.

"Wir haben bislang vier Varianten auf dem Tisch", erklärt Rainer Schulze. Beim Leiter des Ordnungsamtes ist mittlerweile auch der Bauhof angegliedert.

Die erste Möglichkeit sei eine grundhafte Sanierung und Renovierung des jetzigen Standortes in der Nienburger Straße, um das Gebäude in einen zukunftssicheren Zustand zu versetzen. Ein Ingenieurbüro habe nach den Worten Schulzes dazu eine Kostenschätzung abgegeben. "Diese Variante würde die Stadt mehr als eine Million Euro kosten."

Die zweite Möglichkeit sei der Bau eines neuen Hallengebäudes im Gewerbegebiet West samt Außengelände durch eine beauftragte Firma. Von ihr könnte die Stadt eine neue Halle anmieten. "Auch ein Mietkauf wäre in diesem Fall denkbar", sagt Schulze, der sich zu konkreten Kosten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern wollte.

Als dritte Variante sei auch das alte Heizhaus im Gewerbegebiet West in der Nähe der alten Bahnstrecke im Visier der Stadt. Für die mögliche Herrichtung für den Einzug des Bauhofes hat Eigentümer Bodo Hempel, Geschäftsführer des benachbarten Baumarktes und Baustoff-Fachhandels, der Stadt ein Mietangebot ausarbeiten lassen und vorgelegt.

Als vierte Option steht der Bau einer neuen Halle durch die Stadt im Raum. Dabei würden laut Schulze im Vergleich zu den beiden zuvor genannten Varianten der Stadt hohe Kosten entstehen. Es sei fraglich, ob die Kommunalaufsicht des Salzlandkreises eine derartige Investition zulasse.

"Entschieden ist noch gar nichts", machte Rainer Schulze deutlich. Die Standortdiskussion ist jedoch in jedem Fall eröffnet.