"Aktiv zur Rente - PLUS" ist ein neues Programm des Landes Sachsen-Anhalt. Ältere Langzeitarbeitslose sollen einen Job finden. "Aktiv zur Rente" soll auch Ergänzung zur Bürgerarbeit sein.

Schönebeck/Staßfurt l Mit rund 190 Stellen rechnen die Verantwortlichen im Salzlandkreis. Ein Jahr lang sollen ältere Arbeitslose für die Integration in den ersten Arbeitsmarkt fit gemacht werden. Das will das Programm "Aktiv zur Rente -PLUS". Landkreisverwaltung und Jobcenterleitung bereiten aktuell die Umsetzung im Salzland vor.

"Es geht darum, dass sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse geschaffen werden", sagt Jobcenter-Betriebsleiterin Edith Völksch. Damit unterscheide sich das Programm von "Aktiv zur Rente"-Vorgängermodellen, die ähnlich wie ein Ein-Euro-Job ausgerichtet gewesen sind. "Wir sind froh, dass das Land ein solches Programm auflegt, um einen Schwerpunkt bei der Integration älterer Arbeitsloser zu setzen", sagt Jobcenter-Chefin Edith Völksch.

Ihr Haus organisiert derzeit den Start für "Aktiv zu Rente". Darüber hat die Betriebsleiterin die Kreistagsmitglieder im Betriebsausschuss des Jobcenters informiert. "Im Grundsatz besteht unsere Aufgabe darin, die Förderfähigkeit der Anträge vorzuprüfen." Das Land habe genaue Vorgaben gemacht, welche Bedingungen ein Teilnehmer erfüllen müsse. Nicht ohne Grund, denn aus EU-Mitteln wird es jede entstandene Stelle mit rund 1500 Euro unterstützen.

Das Jobcenter kontrolliert zudem, ob nicht für ein- und dieselbe Person ein Antrag für "Aktiv zur Rente" und für eine Arbeitsgelegenheit (also einen Ein-Euro-Job) gleichzeitig vorliegt. Edith Völksch: "In solchen Fällen melden wir den Kunden für das Aktiv-Programm an. Denn für uns hat die Aussicht auf eine sozialversichungspflichtige Beschäftigung Vorrang."

Das Jobcenter muss bis zum 1. April die Teilnehmer für die Maßnahme genannt haben. Dazu habe es bereits Abstimmungen mit Trägern gegeben. Edith Völksch sagt, dass man genug Leute habe. Bis zu 250 Anträge lägen vor. Greift "Aktiv zur Rente", sind die Teilnehmer für ein Jahr aus der Arbeitslosenstatistik des Jobcenters raus. Ob sie auch aus dem Leistungsbezug fallen würden, hänge dagegen, so Edith Völksch, von der Struktur der Bedarfsgemeinschaften ab.

Klare Vorstellungen gibt es bei "Aktiv zur Rente" nicht nur von den Teilnehmern, sondern auch von den Jobs, die für 12 Monate entstehen werden. "Sie haben eine ähnliche Ausrichtung wie die Arbeitsgelegenheiten", sagt Edith Völksch. Das heißt, die Stellen müssen wettbewerbsneutral, allgemeinnützig und im öffentlichen Interesse sein. Auch das, so die Betriebsleiterin, stelle das Jobcenter vor der Antragstellung in der Prüfung klar.

Nach der Vorprüfung durch das Jobcenter werden die Anträge nun von einen regionalen Auswahlgremium in der Landkreisverwaltung gesichtet. Die Entscheidung über jeden Platz fällt dann das Landesverwaltungsamt. Edith Völksch sagt, dass allen Beteiligten daran gelegen ist, besonders die auslaufende Bürgerarbeit im Salzland aufzufangen, weil sich "Aktiv zur Rente" an das gleiche Klientel richte. "Allerdings muss auch klipp und klar gesagt werden: Es kommen nicht wieder die selben Personen in das Projekt wie bei der Bürgerarbeit", stellt die Jobcenter-Chefin von vornherein klar.