Die Informationstechnik der Calbenser Verwaltung ist veraltet. Wie es weitergehen soll, wurde nach den Ausschüssen noch einmal im Stadtrat diskutiert. Möglichkeiten wurden erneut ausgelotet. Letztlich stimmte der Stadtrat mehrheitlich für die Inanspruchnahme der Dienste der Kommunalen IT-Union, in der Calbe bereits seit 2011 Mitglied ist.

Calbe l Es muss etwas passieren - da waren sich alle einig. Doch wie, da gab es bei der jüngsten Stadtratssitzung noch immer Unstimmigkeiten. Zumindest bei einzelnen Räten.

Die Beschlussvorlage sah vor, dass die Informationstechnik (IT) der Verwaltung zukünftig von der Genossenschaft "Kommunale IT-Union" (Kitu) betreut werden soll, wobei die Betriebsführung an die Kitu übergeben wird. Eine Genossenschaft, der Calbe im Jahr 2011 beigetreten ist, um eigentlich genau diese Dienste in Anspruch nehmen zu können.

Um genau zu sein, handelt es sich um 35 PCs, 17 Drucker und vier Server, die inklusive ihrer Software in der Calbenser Verwaltung zur Debatte stehen. Allein zwei der vier Server sind aus dem Jahr 2003 - eine gefühlte Ewigkeit, in der schnelllebigen Technikwelt. "Die kürzlich neu angeschaffte Software für das Bauamt läuft auch schon nicht mehr auf den alten Servern, nicht nur deswegen besteht dringender Handlungsbedarf", erklärte Isabel Bartels, Hauptamtsleiterin, denn es geht auch um Datensicherung.

Die Vorteile, die Kitu-Dienste in Anspruch zu nehmen, liegen für die Amtschefin klar auf der Hand: Die Genossenschaft ist erfahren in der Betriebsführung von Kommunen, da sie in vielen anderen Gemeinden tätig ist, kennt die Programme und deren Ansprüche an die Hardware, vor allem aber fallen noch längere Wartezeiten weg, da Ausschreibungen und Planungsbüros wegfallen würden.

In den Ausschüssen, in denen das Thema bereits besprochen wurde, hatte Sven Hause angeregt, die IT-Betreuung an den Landkreis zu geben - allem voran aus Kostengründen. Es sei schließlich nur ein Gebot da - das von der Kitu. Das liegt bei 2898 Euro pro Monat für die Betriebsführung bei einer Laufzeit von fünf Jahren. Dazu würden noch Mietkosten für die Hardware kommen. Hier würde man jährlich mit 5914 Euro rechnen.

"Die Möglichkeit, es an den Landkreis auszulagern, haben wir angefragt und keine klare Aussage bekommen. Dazu wäre ein offizieller Antrag nötig, dieser würde dann Prüfungen nach sich ziehen. Ob das überhaupt rechtlich machbar wäre und wenn ja, ob der Landkreis überhaupt Ressourcen hätte", erklärte Bartels. Das würde lange Zeit in Anspruch nehmen. "Die wir nicht haben. Die Verwaltung hat in ihren Ausführungen doch deutlich gemacht, dass hier quasi schon Gefahr im Verzug ist. Diese Zeitverzögerung können wir uns nicht leisten. Wir sollten auf die ordentliche Arbeit der Verwaltung vertrauen", unterstützte Stadtrat Georg Hamm die Ausführungen.

Weitere Zweifel kamen bei Stadtrat Mario Kannegießer auf. "Warum kauft man eine Software, die nicht auf unseren Servern läuft? Warum braucht man 17 Drucker, reichen nicht auch zwei Zentraldrucker? Und ist in der heutigen Zeit nicht auch eine Fernwartung möglich?", stellte er unter anderem in den Raum.

Auch hier blieb die Verwaltung keine Antwort schuldig. Zentraldrucker gäbe es, doch sei man auch an bestimmte Druckervorgaben gebunden, beispielsweise in der Meldestelle oder im Standesamt. Natürlich wurden auch Fernwartungen bedacht. "So viel sollten uns die Räte zutrauen. Und natürlich wussten wir vorher, dass unsere Server zu alt für das Programm sind, aber deshalb können wir doch kein altes Programm kaufen", klärte Bartels weiter auf.

Von den anwesenden 22 Stadträten stimmten letztlich 14 für den Beschluss. Somit wird die Betriebsführung in die Hände der Genossenschaft Kitu gelegt.