Die Baustelle Hellgestraße/Stadionstraße/Am Stadtfeld wird zur unendlichen Geschichte. Jetzt verzögern Arbeiten an der Solgrabenbrücke das Projekt. Die Vollsperrung der Straßen kann vermutlich erst im Mai aufgehoben werden.

Schönebeck l Die Fahrbahn- sanierung der Solgrabenbrücke in der Stadionstraße gestaltet sich schwieriger, als von den Planern erwartet. Das wurde jetzt im Bauausschuss des Stadtrates bekannt. Ein Grund, weshalb sich die Arbeiten an der Baustelle Hellgestraße/Stadionstraße/Am Stadtfeld vermutlich noch bis Mai hinziehen werden. Solange bleibt auch die Vollsperrung bestehen.

Noch am Dienstag hatte die Stadt über die Volksstimme verlauten lassen, dass es zu Verzögerungen bei den Kanalarbeiten und aufgrund der Witterung komme. Viele glaubten nicht richtig zu lesen, zeigt sich doch der Winter bisher besonders mild. Jetzt allerdings werden immer mehr Details bekannt, die gegen eine baldige Öffnung der Straßen sprechen.

"Der Oberbau der Brücke muss erneuert werden, und momentan klären wir ab, wie wir das machen."

Aktuell beschäftigt die Solgrabenbrücke die Experten und Bauleute. Im Bauausschuss referierte Diplomingenieur Thomas Iden - Bauleiter für die drei Bauherren Stadt Schönebeck, Abwasserentsorgung Schönebeck (AbS) und Stadtwerke Schönebeck - dazu. "Wir hatten vor, die Betonteile im Oberbau der Brücke zu ersetzen und eine neue Fahrbahndecke zu erstellen." Die Konstruktion der Überführung allerdings machte diese Pläne zunichte. Denn die Platten konnten nicht ohne Weiteres entnommen werden. Sie liegen unmittelbar auf dem preußischen Kreuzgewölbe des Brückenbauwerks auf. Thomas Iden erklärte, dass die Stadt aus diesem Grund eine Bauwerksuntersuchung vornehmen müsse, damit eine neue solide Betondecke eingezogen werden könne, auf der dann eine gut gegründete Straßenschicht gesetzt werden kann.

Zunächst hatten die Bauleute damit gerechnet, dass man lediglich eine flache Schicht Bitumen ohne Probleme auftragen könne. Doch nun muss die gesamte Brücke unter die Lupe genommen werden. Baudezernent Guido Schmidt erachtet das auch als notwendig. "Wir haben eine große Baustelle mit umfangreichen Arbeiten über der Erde an Straßen und Gehwegen, aber auch unter der Erde mit Kanalsystemen und Leitungen. Da ist es logisch, dass wir die Probleme an der Brücke nicht mit Stückwerk, sondern grundsätzlich lösen."

Wichtig ist, dass die Brücke auch mit der neuen Fahrbahn den Belastungen des Straßenverkehrs standhält. Thomas Iden: "Der Oberbau der Brücke muss erneuert werden, und momentan klären wir ab, wie wir das machen. Das kostet Zeit."

Nach Angaben des Rathauses sind die Probleme an der Brücke erst während der laufenden Arbeiten deutlich geworden und warn im Vorfeld nicht erkennbar. Die Stadt hatte eigentlich beauftragt, die Fahrbahndecke der Stadionstraße zu erneuern. An diese erneuerte Deckschicht sollte die Brücke "einfach" angeschlossen werden. Doch das lässt wie beschrieben ihr Oberbau nicht zu.

"Wir haben zwar Probleme mit Korrosion. Aber die Statik ist in Ordnung."

An der grundsätzlichen Tragfähigkeit des Bauwerks zweifeln die Experten nicht. "Wir haben zwar Probleme mit Korrosion, und die Brücke ist von oben undicht. Aber die Statik ist in Ordnung", sagt Thomas Iden.

Die Solgrabenbrücke wurde zwischen 1920 und 1940 gebaut. In den 1980er Jahren gab es Pläne, sie durch einen Neubau zu ersetzen. Allerdings wurden die Ideen verworfen, da das Bauwerk den technischen Ansprüchen nach wie vor genügte.

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