Ortsbürgermeister Peter Rotter (CDU) hat die "Gerüchteküche" in Sachen Förderstedter Sporthalle verurteilt. Solche Gerüchte in die Welt zu setzen, sei "unverantwortlich".

Förderstedt l Nach dem Unfall in der Förderstedter Sporthalle, bei dem drei Kinder verletzt wurden, brodelt die Gerüchteküche um die Sporthalle. Nachdem ein Bürger der Stadt vorwarf, die Mängel seien bereits bekannt gewesen (Volksstimme berichtete), hat die Förderstedter Gerüchteküche jetzt weitere Ausbrüche der Fantasie produziert. Im Dorf geht jemand um und erzählt jedermann, in der Sporthalle würde die Decke beziehungsweise Deckenteile drohen, herabzustürzen.

"Also, ich glaube es nicht, was hier passiert. Man kann doch nicht herumlaufen und solche Dinge erzählen. Ich finde das unverantwortlich", sagte Peter Rotter bei der Ortschaftsratssitzung am Dienstag. Da werde mit der Angst der Menschen gespielt. Auch Fachbereichsleiter Hans-Georg Köpper, der von Seiten der Stadtverwaltung für Sporthallen zuständig ist, verneinte auf Volksstimme-Anfrage, dass je irgendein Defekt an der Decke der Sporthalle gewesen sein soll.

Man müsse bei den Fakten bleiben, mahnte Rotter an: "Richtig ist, dass die Halle wieder für den Schulbetrieb freigegeben ist, dies geschah mit Genehmigung der Polizei." "Für Verein und Sportgruppen ist die Nutzung der Sporthalle aber weiterhin untersagt", so Rotter. Das heiße jedoch nicht, dass die Schulkinder, etwa wegen grober Defekte, in Gefahr seien.

"Die Stimmung bei uns im Sportverein ist ziemlich schlecht. Wir können zuzeit nicht trainieren."

Auch Günter Döbbel (FDP), Vorsitzender der Zentralen Landsportgemeinschaft Atzendorf, berichtet von Ausbesserungen, die in der Sporthalle bereits in Angriff genommen wurden. "Kleine Reparaturen sind schon gemacht wurden, etwa was Verschleißreparaturen betrifft. Das geschieht jetzt in Windeseile. Nicht mehr brauchbare Sportgeräte wurden abgeholt und entsorgt."

Eine Firma erstellt jetzt ein Gutachten über den Zustand der Förderstedter Sporthalle. "Hier warten wir derzeit auf das Protokoll", sagte Hans-Georg Köpper. Es soll in der nächsten Woche da sein.

Parallel läuft die Untersuchung der Kriminalpolizei zu dem Vorfall. Hierbei wird der Vorfall aber als Versicherungsfall betrachtet. "Das ist ein ganz anderes Thema als der Verschleiß", machte Günter Döbbel noch einmal deutlich.

Der Vorfall in der Förderstedter Sporthalle hat bewirkt, dass die Stadt all ihre Sporthallen auf Defekte und Mängel überprüfen lassen hat. Die Ergebnisse sind nun da. Dabei fallen diese ganz differenziert aus, sagte Hans-Georg Köpper der Volksstimme. Details verriet er nicht. Diese Mängel und Defekte sollen jetzt beseitigt werden.

Erst nachdem das Gutachten für die Förderstedter Sporthalle da ist und die Verwaltung die Ergebnisse ausgewertet hat, kann entschieden werden, ob und wann die Sportstätte wieder Vereinen und Sportgruppen zur Verfügung gestellt wird.

Beim SV Förderstedt herrscht deswegen "tote Hose". Seit dem Vorfall Ende Januar können fast alle Sportler nicht mehr trainieren. Ob Breitensport, Volleyball, Kinderfußball - die Gruppen können ihrem Hobby nicht mehr nachgehen. "Die Stimmung ist ziemlich schlecht in unsrem Verein", sagte Thomas Conrad, Vorsitzender des SV Förderstedt. "Aber wir als Verein können da ja nichts machen." Auch Ausweichmöglichkeiten konnte die Stadtverwaltung dem Verein nicht anbieten. "Wir müssen uns gedulden, wurde uns gesagt", so Thomas Conrad. Einzig die erwachsenen Fußballer haben Glück. Sie können bald im Freien trainieren. "Und die Zumbagruppe trainiert jetzt immer im Vereinsheim", sagt Conrad.