Die vorletzte Jahreshauptversammlung einer freiwilligen Feuerwehr der Einheitsgemeinde Barby 2014 fand am Freitag in Glinde statt. Die Kameraden hatten 2013 vier Einsätze.

Glinde l Für "außerglindesche" Ohren hätte es sicherlich merkwürdig geklungen, als Ortswehrleiter Slim Puder das Dienstgeschehen 2013 Revue passieren ließ: "Den letzten Dienst des Jahres hielten wir im Himmelreich ab." Da aber nur Feuerwehrleute und Ortschaftsräte an der Jahreshauptversammlung teilnahmen, wunderte sich niemand. Denn so schön und spektakulär wie es klingt: Das "Himmelreich" ist ein schlichter Raum in der Gaststätte "Goldener Anker", der gut dazu angetan ist, gemütliche Jahresabschlüsse zu begehen.

So unbekümmert ging es bei der Freiwilligen Feuerwehr Glinde freilich nicht das ganze Jahr über zu. Bis auf einen Brand im Pömmelte drehten sich die restlichen Einsätze ums Super-Hochwasser. "Am 6. Juni, 17.46 Uhr, wurden wir nach Gottesgnaden gerufen, wo der Saaledeich überzulaufen drohte", hielt Slim Puder Rückschau. Wie Stadtwehrleiter Detlef August später sagte, hatte die Bundeswehr sich dort zurückgezogen, weil die Gefahr zu groß war. Ein mulmiges Gefühl beschlich die Kameraden der Feuer- und Wasserwehr.

Noch "haariger" wurde es zwei Tage später unweit von Glinde. Der Deich am 45er Bruch bei Monplaisir war in Bewegung geraten. "Wir haben dort verhindert, dass man heute vom 13er Bruch spricht", fasste Slim Puder lakonisch zusammen. (1845 soll hier der Damm genau an dieser Stelle gebrochen sein.) Der anwesende Bürgermeister Jens Strube bestätigte diese Aussage. "Wenn nicht in Breitenhagen der Damm gebrochen wäre ... ich bin davon überzeugt: Dann wäre dies bei Monplaisir geschehen." Die Glinder Kameraden waren dort von 0.42 bis 15.30 Uhr (!) durchgehend im Einsatz. Besonders dramatisch gestaltete sich anfangs der Sandsacktransport. Zum 45er Bruch führt kein Deichverteidigungsweg. Erst mit dem Einsatz von Landwirtschaftsfahrzeugen konnten die müden Sandsack-Karrer (hunderte Freiwillige) entlastet werden.

Ehemalige und Sympathisanten

Die Glinder Wehr verfügt über 11 aktive Einsatzkräfte und vier Mitglieder der Jugendwehr. Hinzu kommen "30 Ehemalige und Sympathisanten", wie der Ortswehrleiter es formulierte. Ein Zustand, mit dem man sich nicht zufrieden geben dürfe. Auch die Dienstbeteiligung habe Steigerungsbedarf. Was Puder aber relativierte, da diese Dinge nicht zuletzt Schichtdiensten oder Studium geschuldet seien.

Auch in Glinde wurde die Verleihung der gegenwärtig heiß diskutierten Flutnadeln kritisch gesehen.

Befördert wurde einzig Slim Puders Stellvertreter Steffen Kutschbach zum Oberlöschmeister.