Die Stadtverwaltung arbeitet mit Partnern weiterhin an einer Lösung der Drängwasserproblematik vor allem bei den Wohngebieten Am Hänsgenhoch und am Soolbrunnen. Am Montag sind Gespräche zur möglichen Finanzierung einer eigenen Calbenser Variante anberaumt.

Calbe l Rückblick: Vergangenen Dezember stellte Bürgermeister Dieter Tischmeyer "eine für die Stadt Calbe eigene ingenieurtechnische Lösung" in Aussicht.

Kann Wasser in Mühlgraben oder Klärwerk geleitet werden?

Wie das Stadtoberhaupt bei der jüngsten Stadtratssitzung mitteilte, gab es dazu kürzlich eine erste Beratung.

Daran nahmen neben Vertretern der Stadt das Ingenieurbüro Grontmij als Projektsteuerer des Landes Sachsen Anhalt, der Abwasserzweckverband (AZV) "Saalemündung" sowie das Ingenieurbüro Gübs teil.

Beim Gespräch sei ein konkreter Lösungsansatz zur Vermeidung von Vernässungsschäden in den Wohngebieten Hänsgenhoch, dem Soolbrunnen und dem Stadtgebiet parallel zur Magdeburger Straße diskutiert worden, teilt Tischmeyer weiter mit. Ein mögliches eigenes Projekt für Calbe rücke damit tatsächlich in den Fokus.

Klärung, ob freiwillige oder pflichtige Aufgabe der Stadt

Planungsseitig soll geprüft werden, wie die genannten Vernässungsgebiete im Rahmen eines Trennsystems zwischen Schmutz- und Niederschlagswasser und dessen Einleitung in den Mühlgraben beziehungsweise zum Klärwerk erfolgen kann. Denn eines ist seit langem sicher: Die Einleitung von Oberflächen- und Drängwasser im Falle des Wohngebiets am Hänsgenhoch und Rodweg ins Mischwasserkanalnetz des AZV gilt nicht als sinnvoll. Der derzeit an das Mischwassernetz angeschlossene straßenbegleitende Graben muss abgetrennt und separat über die Salzer Straße und Große Deichstraße zum Mühlgraben abgeleitet werden. Sind die ingenieurtechnischen Hausaufgaben erledigt, bleibt die Frage einer Finanzierung. Dazu soll laut Tischmeyer am kommenden Montag, 17. März, eine Gesprächsrunde bei der Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF) Sachsen-Anhalt in Magdeburg anberaumt werden, um über eine Bedarfs- und Vorplanung sowie Grobkostenschätzung zu beraten.

"Weiterhin werden Fördermöglichkeiten des Landes und deren Vorgehensweise ausgelotet, um eine Gesamtfinanzierung des Projektes festzustellen", sagte Tischmeyer. Auch die Frage, ob es sich um eine freiwillige oder Pflichtaufgabe handelt, sei vorab zu klären. Schließlich werde dieser Bereich von der Kommunalaufsicht des Salzlandkreises seit langem angemahnt.