Ein Sohn der Stadt Schönebeck wurde gestern geehrt. Vertreter der Stadt gaben einen Findling als Gedenkstein auf der Salineinsel frei und gedachten so an prädestinierter Stelle Carl Samuel Leberecht Hermann.

Schönebeck l Es ist nur noch das Salzmagazin auf der Salineinsel, das ein wenig an diese historische Stelle erinnert. Heute ist die Halbinsel am Ufer der Elbe ein renaturiertes Kleinod, früher war der Flecken Erde eine Art Industriepark. Vor allem war es die strategische Lage an der Elbe mit dem Salinekanal, der die Unternehmer damals auf die Insel zog. Einer von ihnen war der Schönebecker Apotheker Carl Samuel Leberecht Hermann, der von 1765 bis 1846 lebte. Er gründete vor 217 Jahren an eben dieser Stelle auf der heutigen Salineinsel eine der ältesten chemischen Fabriken Deutschlands: die Königlich Preußische Chemische Fabrik. Und genau dieses historische Bewusstsein wollten einige Schönebecker wieder in den Blickpunkt rücken. Da war der Schönebecker Bürger Georg Brandes, der gemeinsam mit Stadtrat Reinhard Banse (FDP) schon früh Kontakt zur Verwaltung und zur Architektin aufnahm. Und es war Stadtpressesprecher Hans-Peter Wannewitz, der bei einem Rundgang mit Presse vor vielen Monaten einen riesigen Findling entdeckte. Irgendwie kamen die Ideen so zusammen und verschmolzen förmlich.

Mit der Schirm GmbH hatten die Initiatoren einen Geldgeber an der Hand, der in der Nachfolge von Erfindergeist und Pionier Carl Samuel Leberecht Hermann steht. "Dass wir uns diesem Projekt anschließen, war von Anfang an klar", macht Dr. Frauke Richter, Standortleiterin der Schirm GmbH, deutlich. Dem Apotheker Carl Hermann gelang es als einem der ersten, aus den Abfällen der hiesigen Siedesalzgewinnung wichtige chemische Verbindungen zu isolieren. Im Jahr 1817 entdeckte Hermann schließlich das chemische Element Cadmium, das Eingang in der Periodensystem fand. Davon und noch viele weitere Informationen sind nun auf der kleinen Gedenktafel mit der leider ebenso kleinen Schrift nachzulesen.

Bis in die Gegenwart erweist die Schirm GmbH ihrem großen Gründer die Ehre. Heute hat das Unternehmen in der Geschwister-Scholl-Straße rund 230 Mitarbeiter und produziert im Auftrag weltweit agierender Chemiefirmen vielfältige Produkte.

Georg Plenikowski vom Industriemuseum Schönebeck freut sich über den Findling auf der Salineinsel. "Wenn wir eines Tages den Salzweg voll- enden werden, dann wird die Salineinsel ein wichtiger Ankerpunkt sein", so Plenikowski, der mit seinen Vereinmitgliedern die fast vergessene Industrie der Stadt lebendig hält.