Die Geschichts-AG des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums in Schönebeck bereitet eine Ausstellung zum Ersten Weltkrieg vor. Auch die Bürger aus dem Salzlandkreis können sich beteiligen.

Schönebeck l Dem Vergessen entreißen - unter diesem Motto bereiten Schüler des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums eine Ausstellung anlässlich des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren vor. Insgesamt neun Schüler aus dem neunten Jahrgang beteiligen sich im Rahmen der Geschichts-Arbeitsgemeinschaft an dem Projekt.

In enger Zusammenarbeit mit dem Salzlandmuseum in Schönebeck planen die Jugendlichen bereits jetzt die Ausstellung, die im September in den neuen Räumlichkeiten des Gymnasiums in der Berliner Straße zu sehen sein wird. Später, ab Januar 2015, wird die Ausstellung der Schüler in die Wanderausstellung "100 Jahre Erster Weltkrieg", die im Salzlandmuseum zu sehen sein wird, integriert.

"Wie Familien mit dem Ersten Weltkrieg verzahnt waren."

Die Besonderheit des Projekts ist, dass die Schüler es nicht nur umsetzen, sondern dann auch durch die Ausstellung führen. "Wir wollen Geschichte zum Anfassen machen. Von den Schülern für die Schüler ist unser Motto", erzählt Lehrerin Anke Schmidt, die zusammen mit ihren Kollegen die Jugendlichen betreut.

Die Ausstellung eröffnen sollen Vorträge. Auch eine Podiumsdiskussion ist geplant. "Wir wollen uns damit auseinandersetzen, wie Familien mit dem Ersten Weltkrieg verzahnt waren", so Anke Schmidt. Dazu wird es auch einen musikalisch-literarischen Abend geben, der sich mithilfe von Texten und Liedern der Thematik des Krieges widmet. "Das wird ein musikalischer Leckerbissen", ist sich Schulleiter Ulrich Plaga sicher. Er lobt das Engagement der Schüler. "Nur so funktioniert Schülerförderung. Eine Ausstellung selbst auf die Beine zu stellen, ist für die Schüler ein Highlight, das ihnen niemand mehr nehmen kann. Und sie machen das toll." Auch Petra Koch, Museumsleiterin des Salzlandmuseums, ist begeistert: "Ich bin richtig fasziniert davon, dass die Schüler sich so brennend für den Ersten Weltkrieg interessieren. Das kommt ja leider nicht sehr häufig vor."

"Wir suchen noch Fundstücke wie Fotos oder Erinnerungstücke."

Interesse für die Thematik wurde bei den Schülern vor allem auch dadurch geweckt, dass sie Bezug zu der Zeit zwischen 1914 und 1918 aufbauen konnten. So hat sich Sean Mertens die Briefe seines Ur-Opas vorgenommen. "Ich habe meinen Ur-Opa nie kennengelernt. Aber durch die Briefe weiß ich nun ein wenig darüber, was er im Krieg durchmachen musste", erzählt der Schüler.

Auch die Bürger des Salzlandkreises können sich beteiligen. "Wir suchen noch Exponate aus der Region, die wir ausstellen können. Das können Dokumente aus der Zeit des Ersten Weltkrieges sein, oder Fotos oder Erinnerungsstücke", erzählt Petra Koch. Die Museumsleiterin hofft, dass der ein oder andere noch Fundstücke zuhause besitzt, die noch kaum jemand zu Gesicht bekommen hat. "Viele Leute wissen auch gar nicht, dass sie solche Dinge im Museum abgeben können. Wir sichten die Sachen und entscheiden direkt vor Ort, ob sie in die Ausstellung passen", so Petra Koch. "Wir freuen uns über alles, was uns zur Verfügung gestellt werden kann."

Kontakt zum Salzlandmuseum: Pfännerstraße 41, 39218 Schönebeck (Elbe), (03928) 69417 oder museum@kreis-slk.de