Eggersdorf l Etwas unsicher betreten Ilona Schöne und ihr Mann Eberhard den Schießstand der Schützengilde Hubertus. "Ich zeige Ihnen jetzt erst mal alles", werden sie von Georg Thormann begrüßt. Der Schießsportleiter ist beim Familienschießen für die Gästebetreuung zuständig. Mit einem flotten Spruch auf den Lippen bricht er das Eis zu den Schönes schnell.

"Wir sind nicht hier, um einen Pokal mitzunehmen, für uns ist das nur Spaß."

Die beiden sind zum ersten Mal auf der Anlage in Eggersdorf. Im Gemeindeblättchen haben sie von der Veranstaltung erfahren. "Wir wollten einfach mal gucken, ob wir das können", sagt Ilona Schöne. Früher hätte sie mit ihrem Mann immer auf dem Jahrmarkt um Ton-Vasen geschossen. Beim Familienschießen gibt es keinen solchen Preis zu gewinnen. Die drei Erstplatzierten erhalten einen Pokal. "Aber wir sind nicht hier, um einen Pokal mitzunehmen, für uns ist das nur Spaß", sagt Ilona Schöne. Nachdem sie die Anmeldegebühr von fünf Euro entrichtet haben, geht es auch schon ans Eingemachte. Zuerst stellt der Vorsitzende der Schützengilde, Frank Lichtenfeld, die Höhe der Schießauflage ein. "Wenn wir im Sportbetrieb sind, schießen wir freihändig", erklärt er. Bei einem solchen Event soll aber jeder die Möglichkeit haben, mit dem Luftgewehr zu treffen.

Zunächst soll Familie Schöne einen Probeschuss abgeben, um ein Gefühl für die Waffe zu bekommen. Fünf Probeschüsse auf die Scheiben, danach zehn Schuss, die gewertet werden. So ist das Prozedere beim mittlerweile zehnten Familienschießen. "Nehmt euch Zeit, konzentriert euch und wenn ihr denkt, ihr habt es, haltet die Luft an und schießt", sagt Frank Lichtenfeld. Es läuft gut für die Eheleute. Sie hat 79 Punkte erschossen, er sogar 87. "Fürs erste Mal ist das doch nicht schlecht", so Ilona Schöne mit einem Lächeln auf den Lippen.

Nach dem Schießen setzen sich die beiden noch kurz zu den anderen Anwesenden. "Wann habt ihr denn auf", fragt Ilona Schöne. Das Interesse am Schießsport ist geweckt. "Das kann schon sein, dass wir nochmal wiederkommen", sagt Eberhard Schöne. Für die Bierer war das Familienschießen eine schöne Wochenendbeschäftigung. "Die sind hier wirklich nett, das war ganz toll wie man uns aufgenommen hat", sagt Ilona Schöne. Besonders gut hat der 64-Jährigen die ruhige Art von Frank Lichtenfeld gefallen. "So und jetzt zittern wir auch schon los", erklärt sie lachend.

Für die Schützengilde war das Familienschießen eher kein Erfolg. "Die Leute bleiben heute irgendwie lieber im Bett", sagt Georg Thormann betrübt. Die Bilanz ist durchwachsen. "Das kann man vorher aber nie sagen. Wenn plötzlich die Ortsgruppe der Volkssolidarität vorbeikommt, ist hier volle Hütte, aber so etwas muss es auch mal geben", sagt der Schießsportleiter. Dennoch konnten die Schützen die Freude am Sport Familie Schöne weitergeben und sich mit einigen guten Bekannten treffen.

   

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