Schönebeck. Wer sich Gedanken um das Wohlergehen seines Automotors macht, kann schon in Gewissensnöte geraten. Dem Schönebecker Ehepaar Bärbel und Wolfgang Schlegel ist das jetzt widerfahren. An einer Tankstelle wollten die Beiden ihren alten Opel mit Normalbenzin volltanken. Es gab aber nur noch Super und Super plus. "Für einen Motor aus dem Jahr 1993 ungeeignet", befürchtet Wolfgang Schlegel.

Eine Nachfrage der Volksstimme bei Deutschlands größtem Automobilclub, dem ADAC, dürfte alle Fahrzeughalter alter Autos beruhigen. Wolfgang Müller vom Fachbereich Verkehr sagt: "Auch ältere Motoren vertragen Super. Der Unterschied ist die Oktanzahl. Und je höher, desto besser für den Motor. Da spielt das Baujahr keine Rolle." Um ganz sicher zu gehen, fragt der Verkehrsexperte bei seinen Kollegen von der Technik nach und bestätigt kurze Zeit später: "Ja, es ist so, wie ich gesagt habe. Es geht beides."

Für Verunsicherungen bei den Autofahrern sorgt jetzt aber auch die bereits laufende Sprit-Ergänzung an den Zapfsäulen: E 10 nennt sich ein neues Benzin mit zehn Prozent Biosprit-Anteil. Mit einem künstlichen Preisvorteil könnte der Verkauf dieser Benzin-Sorte auf Touren gebracht werden, heißt es aktuell in mehreren Fachberichten. Unterm Strich dürfte das bedeuten, dass Superbenzin wohl teuer wird. Was viele nicht wissen: Bislang ist dem Benzin schon ein Anteil von fünf Prozent Biosprit beigemischt. Ein Anteil von zehn Prozent könnte aber bei einigen alten Fahrzeugen zu Schäden an Gummidichtungen führen.

Doch der technische Leiter der Schönebecker Greenline Tankstelle, Jens Goerke, sieht keine Probleme: "Im E 10 sind ja keine Weichmacher wie im Biodiesel enthalten. Eventuell muss das Steuergerät nachjustiert werden", sagt er.

Wer sich hundertprozentig absichern will, sollte den Autohersteller fragen, ob sein spezielles Modell die neue Benzinsorte verträgt. Sicher scheint: Billiger wird es an den Zapfsäulen nicht werden.