Schönebeck l Wie sollte es anders sein: Das Erste, was Susann Behling beim Gespräch mit mir auspackt, ist ihr ToDoBook (sinngemäß übersetzt: Was-zu-tun-ist-Buch). Das ist nicht etwa eines der bereits bekannten Bücher im A5-Format. Nein, es kommt in A4 daher und befindet sich gerade in der Testphase. Sozusagen feilt die gebürtige Schönebeckerin, die jetzt in Magdeburg wohnt, noch im Eigengebrauch am neuen Format.

Dass es heute das ToDoBook für jedermann erhältlich gibt, ist eher ein Zufall. Denn die 45-Jährige, die beruflich als Direktorin für Marketing und Pressearbeit für die Bowling World Germany GmbH sehr viel unterwegs ist, hatte es ursprünglich für sich selbst "gebastelt".

"Ich war damals bei einem Unternehmen als Marketing-Managerin tätig. Alles, was ich erledigen wollte, habe ich auf Zettel geschrieben. Sie kennen bestimmt auch die beliebten Klebezettel am Computer ... Wehe aber, wenn dann bei offenem Fenster die Tür aufging oder die Putzfrau alle Zettel - ihrer Meinung nach - ordentlich auf einen Haufen stapelte", erzählt Susann Behling schmunzelnd. "Ein weiteres Problem, das sich aus der Zettelwirtschaft ergab, war, dass ich nur die Aufgabe notierte, aber der Stand der Erledigung nicht übersichtlich genug erfasst wurde. Das musste sich ändern."

Deshalb griff Susann Behling zu Blättern, Stift und Lineal und gestaltete sich ein ToDoBook mit übersichtlichen Feldern: Aufgabe - Zwischenstand - erledigt. Das "Verzetteln" hatte bei ihr ein Ende. Ihre Erfindung faszinierte nicht nur sie selbst, sondern auch Menschen, die mit ihr zu tun hatten und sahen, wie sie arbeitete.

Ein Beispiel: Als Susann Behling für das Max-Planck-Institut tätig war, hat sie ein Seminar Zeitmanagement besucht. Sie wusste, dass die Seminarleiterin sich im Vorfeld erst ein ToDoBook online bestellt hatte. "Sie wusste aber nicht, dass ich, die es ihr geschickt hatte, in ihrem Seminar saß und gespannt auf eine Reaktion wartete. Das ganze Seminar über lag es auf ihrem Tisch, aber sie hat nichts dazu gesagt. Und dann, ganz zum Schluss, meinte sie: ,... und ich kann mir alles merken. Nicht, weil ich ein so gutes Gedächtnis habe, sondern weil ich das ToDoBook habe.` Dann hat sie eine halbe Stunde erzählt, wo sie es überall nutzt", erinnert sich Susann Behling gern zurück.

Wenn gewünscht, gibt es personalisierte Bücher

Als das die Runde machte, bestellten gleich viele der Seminarteilnehmer bei ihr. Verständlich, wenn es von einem Zeitmanagement-Profi empfohlen wird. "Ich habe dann immer gesehen, wo sie gerade Seminare gegeben hat, von dort kamen dann immer geballt die Bestellungen."

Als immer mehr Bestellungen eintrudelten, hat sich Susann Behling den Titel "TODOBOOK" schützen lassen. Ihr Slogan: ToDoBook - nie mehr verzetteln. Ihre Abnehmer sind die verschiedensten Firmen, Institute und Universitäten - bunt gemixt durch die Republik. Wenn gewünscht, gibt es personalisierte Bücher.

Schneller Überblick, um beim Nachfragen besser antworten zu können

Haben Sie beim Basteln Ihres Premiere-Buches daran gedacht, dass es so ein Erfolg werden würde? "Nee", winkt Susann Behling ab, "ich habe es damals nur für mich gemacht." Das System sollte einfach sein - je leichter, je besser. Über die Fülle der Aufgaben, die sie zu erledigen hatte, wollte sie einen schnelleren Überblick haben, um bei Nachfragen kompetent antworten zu können. "Das Buch ist auch hilfreich, wenn zwei Kollegen damit arbeiten. Unter ,Zwischenstand` können Hinweise notiert werden."