Schönebeck l Von einem "großen Moment" hat Martin Hennig, Vorsitzender des Elbufer Fördervereins, gesprochen, als Freitagvormittag die oberste Figur gut gesichert am Haken des Krans befestigt war. Der Elbufer Förderverein verfolgt das Ziel, den Marktbrunnen zu rekonstruieren, seit Jahren ehrgeizig.

Die Plastik, aus einer Muschel Wasser gießend, symbolisiert das Wasser der Elbe. Die andere Hand hält das Wappen der Stadt Schönebeck. Teilstück um Teilstück wird abgetragen, um den Brunnen zum Ort der Sanierung zu transportieren - den Steinmetzbetrieb von Frithjof Meussling in Pretzien. Gestern wurden die weibliche Plastik, Kranz und weitere Teile demontiert, die restlichen Arbeiten folgen am Montag.

"Vorfreude soll ja die schönste Freude sein. Aber irgendwann wird es dann doch zu lang", sagt Martin Hennig. Von der Idee, den Marktbrunnen zu sanieren, bis zum Beginn der Arbeiten sind nun sechs Jahre vergangen. Dass es so lange dauern muss, hätten sich die Sponsoren bestimmt nicht gedacht, schiebt Hennig hinterher. Er wolle die vielen Schwierigkeiten und Hürden, die bis heute genommen werden mussten, nicht aufzählen. Aber er wolle nicht versäumen, sich bei all denen zu bedanken, die das 200 000-Euro-Projekt unterstützt haben: Spenden der Schönebecker Bürger und Firmen, Eigenmittel des Vereins, Lotto Toto, Stiftung der ehemaligen Kreissparkasse Bernburg, Kloster Bergesche Stiftung und Stadtumbau Ost. Die Arbeiten werden nun durch die Initiative des Elbufer Fördervereins in Zusammenarbeit mit der Stadt Schönebeck realisiert.

Es freue den Förderverein, so Hennig, dass der Auftrag an eine örtliche Arbeitsgemeinschaft gehe. Denn der Pretziener Steinmetz Meussling arbeitet mit dem Bildhauer Magnus Kleine-Tebbe zusammen. Der Braunschweiger Künstler wird den Brunnen dann hier aufarbeiten. Er habe eine neue Methode entwickelt, durch die es möglich ist, Zwischenschritte und damit ein erhebliches Sümmchen einzusparen. Genau gesagt kostet das Projekt nun 120 000 Euro weniger.

Die Arbeiten sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Dazu zählt nicht nur die Aufarbeitung des Brunnens an sich, sondern auch, dass das Wasserspiel wieder voll funktionstüchtig wird. "Das Wasser kann nur bis zur mittleren Düse. Das soll sich aber ändern, damit das Wasser wieder in Schale und Kranz ankommt", sagt Martin Hennig.

Oberbürgermeister Bert Knoblauch dankt besonders Martin Hennig, der sich persönlich sehr für den Marktbrunnen eingesetzt habe, und natürlich den Mitgliedern des Elbufer Fördervereins, die sich für das Areal entlang des Elbufers engagieren. Da sei es zu finden, das persönliche Engagement, das so oft gefordert werde. Mit der Sanierung des Marktbrunnens sei nun der Startschuss für die langersehnte Neugestaltung des Marktplatzes gegeben. So sehen es auch Martin Hennig und Mitstreiter. Für die kommenden Monate haben sie nur einen Wunsch: Bitte keine bösen Überraschungen!

Mehr Fotos unter http://www.volksstimme.de/marktbsbk

   

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