Offiziell eröffnet wurde gestern Mittag die Förderschule "Lindenstraße". Die Sanierung und der Anbau der Schule kosteten vier Millionen Euro. Kinder und Jugendliche lernen jetzt in einer der modernsten Schulen des Landes Sachsen-Anhalt.

Schönebeck l Mit nur einem Satz bringt Schulleiterin Saule Scholler das auf den Punkt, was die Schule in den vergangenen dreieinhalb Jahren erlebt hat: eine Art Metamorphose. "Aus einer hässlichen Raupe ist ein schöner Schmetterling geworden", sagt sie zur Begrüßung. Dieses Bild des bunten, fröhlich fliegenden Falters bekommen die Gäste am Eingang von den Schülern überreicht - in Form einer kleinen Willkommenskarte, die ein Schmetterling ziert.

"Na klar, die Schule ist wirklich schön geworden", freut sich am Eingang der "amtliche Schülerbegrüßer" Florian Buschke, "nur Mathe macht nicht so viel Spaß." Na gut, dass einem ein Fach nicht sonderlich gefällt, hat nun wirklich nichts mit dem neuen Schulgebäude zu tun, das sich sehen lassen kann. Architekt Florian Schmidt aus Frohse hat in Salzelmen seine Handschrift hinterlassen, was auch Landrat Ulrich Gerstner (SPD) in seiner kurzen Festrede lobt. Der Grund: Schule und Architekt haben sich gegenüber der Politik mit der Idee durchgesetzt, am alten Standort zu bauen und nicht anderswo in der Stadt. "Die Herausforderungen waren dadurch ungleich größer", so der Landrat.

Vor allen durch die in sich verschobene Fläche des Grundstücks war der Architekt gefordert. Doch was als Anbau im Park entstanden ist, ist harmonisch und kann sich sehen lassen. Dabei wurden alte Villa und neuer Anbau wunderbar miteinander verknüpft. "Historisches und Modernes passen sehr gut zusammen. Hier ist zu sehen, wie gut Schule und Denkmalschutz unter einem Dach existieren können", macht die Schulleiterin deutlich.

Nicht nur optisch hat sich die Förderschule ins 21. Jahrhundert katapultiert, sondern auch technisch. Von der ehemals schlechtesten Schule des Kreises zur wohl modernsten zwischen Schönebeck und Bernburg. Alte feuchte Kellerräume und ein fehlendes Lehrerzimmer sind Vergangenheit. In der Förderschule für Geistigbehinderte werden die mehr als 60 Mädchen und Jungen nicht nur unterrichtet, sondern auch auf ihr Leben vorbereitet. 18 moderne Schulräume zum individuellen Unterricht stehen zur Verfügung, zusätzlich Tische und Stühle für gemeinsame Mahlzeiten, eine kleine Küchenzeile und eine Nassstrecke runden die Räume ab. "Ich bin mir sicher, dass das Geld, was hier investiert wurde, richtig angelegt ist", freut sich Kultusstaatssekretär Jan Hofmann.

Insgesamt kostet der Um- und Neubau 4 Millionen Euro, mehr als 1,2 Millionen Euro bringt der Landkreis als Eigenmittel ein, 2,8 Millionen Euro sind Fördermittel. Saule Scholler lobt ausdrücklich die positive Zusammenarbeit mit dem Hochbauamt des Landkreises. "Wir konnten so viele Wünsche äußern, die umgesetzt wurden." Wie stolz Schüler und pädagogische Kräfte sind, macht Schulleiterin Scholler deutlich: Demnächst werden die Bürger der Stadt und des Kreises zu einem Tag der offenen Tür eingeladen.

Mit dem Tag gestern ist der lange Weg zur neuen Schule fast vergessen, ebenso die Übergangszeit in einem Objekt in der Moskauer Straße. "Ihr könnt eure Schule jetzt in Besitz nehmen", fordert der Staatssekretär die Kinder und Jugendlichen auf.

Sie gestalteten gestern ein wirklich unterhaltsames Programm, bei dem sich die einzelnen Gruppen der Schule in besonderer Art und Weise präsentierten. Ob Schulchor, Trommelgruppe, Theatergruppe, Fußballer, Sockentheater-Spieler oder Tanzgruppe: So viel Niveau haben die Gäste lange nicht erlebt.

Weitere Fotos von der Eröffnung im Internet: www. volksstimme.de/schoenebeck, dann "Bilder aus Schönebeck"

 

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