Gnadau (tli) Mitglieder des Bläserchors der Herrnhutergemeine Gnadau müssen Frühaufsteher sein: Am Ostermorgen treffen sie sich zweieinhalb Stunden vor Sonnenaufgang, um sich auf das Spiel einzustimmen. In diesem Jahr beginnt die Ostermorgenfeier im Großen Saal um 5.45 Uhr. Pfarrer Hasting wird daran erinnern, dass der Ostermorgen in der Brüdergemeine eine Demonstration für das Leben ist.Begleitet von den Bläsern zieht die Gemeinde pünktlich zum Sonnenaufgang gegen 6 Uhr zum nahen Gottesacker, wo es eine 15-minütige Liturgie gibt, bei der die Namen der seit Ostern 2013 Verstorbenen verlesen werden. Die Herrnhuter pflegen den etwas antiquierten Begriff "Gottesacker" ganz bewusst: Hier wird die Saat für ein anderes Leben gelegt. Der Ostermorgen wird in den Brüdergemeinen überall so gefeiert, in den Niederlanden ebenso wie in Berlin-Neukölln, im dänischen Christiansfeld genauso wie in Königsfeld im Schwarzwald und freilich in Herrnhut, wo schon Pfarrer Hasting als Zehnjähriger Trompete blies.