Ende März sollen die Planungen für den Abfanggraben an der Ortsumgehung Schönebeck abgeschlossen sein. Die Experten drängen auf die Realisierung. Das Land fordert von der Stadt, die Finanzierung sicher zu stellen.

Schönebeck l Im Rahmen des Wassermanagements im Elbe-Saale-Winkel hat die Idee eines Abfanggrabens entlang der Ortsumgehung/neue B 246 a eine Schlüsselfunktion. Im Rahmen des Flurneuordnungsverfahrens soll die Stadt Schönebeck von diesem Vernässungsschutz profitieren. Die Gräben im Stadtgebiet würden durch einen Abfanggraben entlastet. Aber auch die umliegenden Gemeinden hätten einen Vorteil, meinen Experten. Denn ihr Wasser könnte eben in einen solchen Graben geleitet werden, ohne dass in Schönebeck der Grundwasserspiegel belastet wird. Die Zeichen stehen auf Solidaritätsprinzip der benachbarten Kommunen untereinander.

Aus Magdeburg übt man jetzt Druck aus, um das Projekt voranzutreiben. Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens hat die Stadt schriftlich aufgefordert, noch in diesem Frühjahr die Finanzierung sicher zu stellen. Das Land hat Anfang 2014 ein Ingenieurbüro mit der Projektsteuerung für das Wassermanagement im Elbe-Saale-Winkel beauftragt, das auch Anker für die internen Abstimmungen zwischen den Landesämtern und -behörden ist. Die Zeit drängt, denn der Bau des Abfanggrabens soll unter anderem aus EU-Mitteln gefördert werden. Man muss sich an festgesetzte Termine halten, um in der Förderperiode zu bleiben.

Welche Kosten genau auf die Stadt zukommen, wollen die Planer am 31. März öffentlich bekanntgeben. Am 14. April befasst sich die Grundwasser-Arbeitgruppe II in Schönebeck mit dem Thema, am 29. April soll alles im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt vorgestellt werden. Schon jetzt gibt es Orientierungswerte. So gehen die Beteiligten von rund 3 Millionen Euro Baukosten für den runde 6,1 Kilometer langen Abfanggraben mit Siel, Schöpfwerk und Tiefendrainage aus. Als unmittelbar bevorteilt müsste die Stadt Schönebeck 15 Prozent dieser Summe tragen - also rund 450 000 Euro. Diese Kosten will man sich mit Calbe, Barby, Bördeland und eventuell auch Staßfurt (Brumby) teilen. Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) betont wie das Land den Gemeinschaftssinn des Abfanggrabens und schwört die Bürgermeister der Nachbarkommunen auf das Projekt ein. Dienstag gab es ein erstes Treffen im Rathaus der Elbestadt, ein nächstes in Barby steht an. Allein aus Barby gibt es das Signal, sich an Planungs- und auch Baukosten beteiligen zu wollen. Bei den anderen Gemeinden muss Bert Knoblauch noch Überzeugungsarbeit leisten. "Die ersten Gespräche stimmen mich aber zuversichtlich, dass wir Lösungen finden, die allen gerecht werden."

Fest steht jetzt, dass die Planer den Bau des Abfanggrabens empfehlen werden. Die Idee dazu stammte aus der Grundwasser-Arbeitsgruppe II in Schönebeck unter der Leitung von Professor Frido Reinstorf. Den Auftrag kann die Stadt, und das verkompliziert das Verfahren, nicht erteilen. Denn der Graben entsteht auf fremden Grund und Boden. Zwei sogenannte Teilnehmergemeinschaften mit Pächtern und Ackerbesitzern müssen allem zustimmen. Für die Planungen haben sie grünes Licht gegeben, so dass OB Knoblauch auch an ihr Ja für den Bau des Grabens glaubt.

Die Stadt unterdessen will klare Signale ans Land setzen. Im Haushaltsplanentwurf für 2014 ist die Finanzierung des Abfanggrabens untersetzt. Der Stadtrat soll demnächst einen Grundsatzbeschluss dazu fassen, dass die Schutzmaßnahme zustande kommt.