Im Rahmen einer Studienreise informierten sich Politiker und Experten aus Myanmar über das Berufsbildungssystem in Deutschland. Dabei sahen sie sich auch im Berufsförderungswerk (Bfw) in Staßfurt um.

Staßfurt l Im Bfw erhalten Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen ihren erlernten Beruf nicht mehr wettbewerbsfähig ausüben können, neue berufliche Perspektiven.

"In dem asiatischen Land erfolgt die Berufsbildung vor allem in staatlichen Einrichtungen. Der zunehmende Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften kann durch diese aber nicht mehr gedeckt werden. Deshalb suchen die zuständigen Ministerien und Behörden in enger Kooperation mit der Wirtschaft in Myanmar nach neuen Wegen für die Berufsbildung", sagte die Pressesprecherin des Berufsförderungswerkes Ina Götze.

Die 17-köpfige Delegation um Staatsminister Tin Naing Thein aus dem Büro des myanmarischen Präsidenten sprach aus diesem Grund auf einer zweiwöchigen Studienreise mit Fachleuten in Kammern, Berufsschulen, Ausbildungsbetrieben und überbetrieblichen Weiterbildungszentren.

Götze: "Das Bfw Sachsen-Anhalt nahm die Gelegenheit wahr und zeigte den Besuchern die Möglichkeiten der beruflichen Rehabilitation am Hauptsitz in Staßfurt auf. Nach einer kurzen Vorstellung durch Franz-Walter Seidl, Teamleiter der kaufmännischen Ausbildung, erhielten die Gäste einen Einblick in die praktische Ausbildung vor Ort verschaffen, von der Qualifizierung zum Qualitätsfachmann im Messlabor über den Haustechniker in der hauseigenen Großwerksatt bis hin zum Industriemechaniker, der im Bfw an CNC-Maschinen ausgebildet wird."

Seidl betonte zudem das Gesamtkonzept des Bfw: "Wir bieten unseren Teilnehmern ein All-Inclusive-Paket. Neben der beruflichen Qualifizierung haben unsere Rehabilitanden zahlreiche Freizeitmöglichkeiten - von der Physiotherapie über einen Fitnessraum mit Billard und Kegeln bis hin zu einer großen Terrasse für gemütliche Grillabende." So soll für die Teilnehmer ein Ausgleich zum täglichen Lernen geschaffen und die Motivation gesteigert werden.

"In Kooperation mit dem Bfw Sachsen-Anhalt soll nun die berufliche Ausbildung in Myanmar ausgebaut und professionalisiert werden, um die wirtschaftliche Entwicklung in dem Land weiter voranzubringen", fasste Götze die Ergebnisse zusammen.

Beeindruckt von der technisch hochwertigen Ausstattung und dem umfangreichen Know-how des Bfw, freut sich Staatsminister Tin Naing Thein auf eine gute Zusammenarbeit und erklärt: "Ich werde gleich eine Liste von Mitarbeitern erstellen, die ich zur Weiterbildung ins Bfw schicke."