Die Jagd nach dem Lottoglück ist zum Glücksfall für das Projekt "Freie Kunst Schönebeck" geworden. Über 15 000 Euro kann sich das Kinderfilmstudio des Vereins Vigaro freuen. Das Geld kommt einer neuen Aktion im Juni zugute.

Schönebeck l Kinder entdecken spielerisch die Welt - das ist kein Geheimnis. Doch es bedarf vielfältiger Möglichkeiten, um den Ideenreichtum der Jüngsten zu fördern. Der Verein Vigaro in Schönebeck bietet seit 2010 einen besonderen Rahmen dafür, dass Kinder sich kreativ betätigen - das "Freie Kunst Schönebeck" - ein Kinderfilmstudio.

"Hier sind Leute mit Herz in allen Bereichen am Werk."

Hilfe haben die Schönebecker jetzt von Lotto Sachsen-Anhalt erfahren. Geschäftsführerin Maren Sieb war gestern im sozialen Treff "Suppe Seele" zu Gast, im neuen Haus in der Böttcherstraße ist das Kinderfilmstudio eingerichtet. "Das Engagement des Vereins, junge Leute für das Entstehen von Filmen und Theaterstücken zu begeistern, hat uns beeindruckt", sagt Maren Sieb. Überhaupt habe sie die gesamte Anmutung des Hauses begeistert. "Hier sind Leute mit Herz in allen Bereichen am Werk."

Viel Herz steckt der Verein auch in das neue Projekt des Filmstudios, das im Juni seinen Anfang finden soll, und für das es jetzt die Finanzspritze gab. Es trägt den Titel "Die Reise zu sich selbst". "Dieses Projekt ist ganzheitlich ausgerichtet", sagt Sozialpädagoge Gorm Geißler vom Vigaro-Verein. "Es geht um Umweltbildung, Körperwahrnehmung und Konzentration, um gesunde Ernährung." Die Kinder sollen in ihrem trotz ihrer jungen Jahre schon fest durchorganisierten Alltag Raum zur kreativen Entfaltung finden, die Ruhe für Ideen haben. "Die Filme, die entstehen werden, so die Idee, fassen das alles zusammen", sagt Gorm Geißler.

2009 wurde die Idee für das Kinderfilmstudio geboren, im März des Folgejahres lief die Kamera für den ersten Film. Inzwischen haben nach Angaben von Gorm Geißler über 3000 eigene Ideen oder feste Themen in Wort, Ton und Bild festgehalten. Haben die Akteure kein eigenes Stück parat, dann hat das Filmstudio sieben Stücke im Repertoire. Vor allem, so Gorm Geißler, sind das die Grimmschen Märchen. Dafür gibt es Kostüme, Kulissen und Co. "Die Stücke spielen in Deutsch-, Kunst- oder Ethikunterricht eine Rolle, so dass wir hier mit Schulen kooperieren können. Der Verein setzt zudem auf besonders ausgerichtete Aktionen. Es gibt das Stück "Der sechste Taler", bei denen Kindern der Umgang mit Geld vermittelt wird.

Das umfangreiche Angebot, die Akribie bei der Ausstattung und der personelle Einsatz beeindruckte Lotto. So habe man sich für die Förderung entschieden. Die Mittel insgesamt sind fester Teil der Spieleinsätze und werden auf Antrag für konkrete Projekte (Kultur, Denkmalpflege, Sport, Soziales) vergeben - seit 1991 sind im Land so knapp 30 Millionen Euro geflossen.