Schönebeck l Die Zukunft findet noch nicht statt. Der Stadtrat von Schönebeck sollte gestern Abend laut Tagesordnung über die Nutzung des Salzmagazins für die Ruderer und die damit einhergehende Entwicklung des Bürgerparkes Salineinsel entscheiden. Doch am Ende stimmte eine Mehrheit der Räte für die Absetzung der beiden Tagesordnungspunkte - mehrheitlich mit 22 Ja- und 11 Neinstimmen.

Obwohl diese Vorlage noch nicht einmal zur Diskussion aufgerufen war, entbrannte schon bei der Abstimmung zur Tagesordnung eine kurze, aber heftige Debatte. Sabine Dirlich, Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke, machte deutlich, beide Beschlüsse gemeinsam zu besprechen. Ohne eine böse Absicht zu unterstellen, machte sie darauf aufmerksam, dass womöglich schon in einem Tagesordnungspunkt Fakten geschaffen werden könnten, die im weiteren Verlauf hinderlich seien.

Torsten Pillat, Fraktionsvorsitzender der CDU, erklärte, dass vor einer richtungsweisenden Beschlussfassung das Gutachten zur Schadensermittlung des jetzigen Ruderhauses abzuwarten ist. "Außerdem muss die Schiffbarkeit des Salinekanals geprüft werden", begründete er. Der Vorschlag der Linken ging ihm zu weit. Sabine Dirlich zeigte eine anderen Herangehensweise als Torsten Pillat: "Ich denke schon, dass ein Grundsatzbeschluss heute fassbar ist. Zudem stehen alle Entscheidungen sowieso unter einem Finanzierungsvorbehalt", so Dirlich.

Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) unterstützte die Argumentation seines Parteikollegen Pillat. Knoblauch begründete, dass das Gutachten wichtig für eine Grundsatzentscheidung für die Ruderer und damit weiterführend für die Nutzung der Salineinsel sei. "Wir müssen schließlich wissen, was uns empfohlen wird: Ersatzneubau oder Reparatur? Ich möchte es klar sagen: Wir wollen uns nicht der Ansiedlung der Ruderer verschließen, aber wir brauchen noch mehr Informationen."

Wie die Zukunft der Salineinsel und die für die Ruderer nun aussehen wird, das kann sich am 15. Mai entscheiden. Denn mindestens so lange wird nun gewartet. An diesem 15. Mai - zehn Tage vor der Kommunalwahl - findet die vermutlich letzte Stadtratssitzung der laufenden Legislaturperiode statt.