Schönebeck l Bis zum 4. Mai 2015 wird sich am Kunstanger baulich nichts ändern. So lange ist für das Bebauungsplangebiet eine Veränderungssperre vorgesehen. Der Stadtrat hat das jetzt per Beschluss so festgelegt. Zum dritten Mal. Seit 2011 ist Stillstand.

Das ärgert besonders die CDU im Stadtrat. Die Christdemokraten stimmten gegen die Sperre, die der Rat ansonsten mehrheitlich als Vorschlag aus dem Rathaus annahm. "Wir wollen endlich Klarheit, ob hier gebaut werden kann", sagt CDU-Fraktionschef Torsten Pillat. Die Verwaltung müsse für die Klarheit sorgen und nicht von den Räten einfordern, eine Sperre nach der anderen über das Baugebiet zu verhängen.

Ähnlich sieht es FDP/Schall-Fraktionschef Reinhard Banse, der gehofft hatte, dass die Verwaltung mit den Planungen in den letzten drei Jahren schneller vorankommt. "Das ist aber scheinbar nicht geschehen. Nach wie vor warten bauwillige Familien, dass endlich etwas passiert, denn genügend Bauflächen sind in unserer Stadt bisher leider nicht vorhanden. Sollen wir denn warten, bis all unsere Einwohner vergreisen und junge Familien das Weite suchen", fragt der Liberale. Trotzdem sollte man aber einen kühlen Kopf bewahren, denn der Kunstanger liegt im Vernässungsgebiet.

Genau diesen Aspekt greift Manfred Pöschke (Bürgerinitiative Rettet die Altstadt) auf. "Die Frage ist: Wie gehen wir mit dem Oberflächenwasser um? Da sollen Bürger Sicherheit haben." Aus diesem Grund sei die Sperre berechtigt.

Die vielfach angesprochene Klärung ist Stichwort für Baudezernent Guido Schmidt. "Die Situation ist grundsätzlich unbefriedigend", sagt er. Die Stadt wolle die Zeit der Veränderungssperre jetzt nutzen, um einen Bebauungsplan für den Kunstanger zu erstellen. Er solle Grundlage für die technische Erschließung des Gebietes werden. "Dabei geht es um die Frage, wie an welchen Stellen das Regenwasser entsorgt wird, um immissionsschutzrechtliche Bedingungen oder um Straßen", sagt Guido Schmidt.

Grundsätzlich diene der im Entstehen begriffene Bebauungsplan für den Kunstanger der Sicherung und Abrundung des vorhandenen Bestandes. Das macht Stadtplaner Michael Gremmes im Volksstimme-Gespräch deutlich. Es solle nicht in Größenordnungen neu erschlossen werden, damit noch viele Häuser gebaut werden. "Das Argument, dass Bauwillige hier umsonst warten, greift also nicht für den Kunstanger."

In der Stadt gebe es andere Gebiete, wie das Stadtfeld oder die Schillerstraße-West, berichtet Michael Gremmes. Die Kritik aus den Ratsreihen kann der Stadtplaner dennoch teilweise in einem Aspekt nachvollziehen. "Zeitaufwändig ist, wenn ein Gebiet planerisch als Bauland ausgewiesen ist und nun noch Erschließer echte Baugrundstücke daraus machen müssen."

 

Bilder