Es scheint Bewegung in die Bekämpfung des Grundwasserproblems in Schönebeck zu kommen. Das lässt die Pressemitteilung vermuten, in der erste Vorschläge der Arbeitsgruppe "Grundwasser" im Schwerpunktbereich "Felgeleben-Sachsenland" genannt werden.

Schönebeck. Von Aufatmen ist in den vom Wasser – ob von oben oder von unten – geplagten Gebieten in Schönebeck vorerst noch nicht die Rede. Einen Lichtblick bietet daher umso mehr die Pressemitteilung, in der die Stadtverwaltung über ein Treffen der Arbeitsgruppe "Grundwasser" im Schwerpunktbereich "Felgeleben-Sachsenland" informiert. Darin werden nämlich laut Pressesprecher Hans-Peter Wannewitz "erste konkrete Lösungsansätze" genannt. Konkret hat die Gruppe unter Leitung von Oberbürgermeister Hans-Jürgen Haase und einer Reihe ausgewählter Fachleute, Vertreter der Bür- gerinitiative, darunter ein weiterer betroffener und sachkundiger Bürger aus Felgeleben vier Vorschläge besprochen:

1. Der Bereich Paul-Illhardt-Straße und Am Anger: Südlich entlang der Paul-Illhardt-Straße könnte ein Erdwall erbaut werden. Auf die Weise könnte das Schmelzwasser, das von den Äckern in Richtung der Wohnbebauung herunterfließt, abgewehrt werden. "Die Arbeitsgruppe sieht das als Maßnahme der Gefahrenabwehr", schätzt Wannewitz ein. Dafür sind nun Gespräche mit den Pächtern beziehungsweise Eigentümern der Flächen oder betreffenden Landwirtschaftsbetriebe zu führen. In diesem Zusammenhang wären Gespräche über "Formen der Bodenbewirtschaftung" und "Grabensystem/Melioration" möglich.

2. Am Wiener Platz kann sich die Arbeitsgruppe den Einsatz so genannter Filterlanzen vorstellen. Mit diesen könnte Grundwasser in begrenztem Maße abgepumpt werden, um den Grundwasserspiegel zu senken. "Das Wasser könnte hier in einen Schacht der Regenwasserkanalisation eingeleitet werden", informiert der städtische Pressesprecher weiter.

Zuvor soll jedoch mit einer zeitlich begrenzten Testphase geprüft werden, ob Filterlanzen tatsächlich einen spürbaren Effekt auf den Grundwasserstand bewirken.

3. Bahnhof Schönebeck-Felgeleben: Des Weiteren zieht die Arbeitsgruppe den alten, aber möglicherweise noch weitgehend intakten Brunnen auf dem alten Bahngelände (Bahnhof Schönebeck-Felgeleben) in Betracht. "Hier könnte man eine der Hochleistungspumpen der Stadtwerke einsetzen", sagt Hans-Peter Wannewitz. Bei Zustimmung des Eigentümers des Brunnens könnte so in zeitlicher Verschiebung zu dem Test der Filterlanzen Grundwasser abgezogen und über die Regenwasserkanalisation in Richtung Fliederstraße abgeleitet werden.

4. Als vierten Punkt nennt Wannewitz einen Test am Pumpwerk der AbS GmbH in der Querstraße: "Hier wollen wir ebenso den Einsatz von Filterlanzen prüfen." An der Stelle könne dadurch der Grundwasserspiegel abgesenkt werden, indem das Pumpwerk und eine Druckleitung das Grundwasser während niederschlagsfreien Zeiten dem Freispiegelkanal in der Barbarastraße zuführen.

Außerdem soll in den umliegenden Wohngebieten der beiden sich im Dauereinsatz befindlichen und am Randelgraben eingesetzten Pumpen an der Ecke Gnadauer Straße/Joachimstraße eine Messstelle eingerichtet werden. Von dieser erhofft sich die Arbeitsgruppe die Feststellung des Grundwasserspiegels, um weitere Erkenntnisse über die Wirksamkeit dieser Maßnahmen und mögliche Schlussfolgerungen zu gewinnen.

Weiterhin wurden in der Beratung mittel- und längerfristige Maßnahmen angesprochen. "Diese bleiben jedoch in ihrer detaillierten Erörterung dem Arbeitsgruppenbereich ¿Perspektiven für das Stadtgebiet Schönebeck‘ vorbehalten", sagt Wannewitz. Dazu zählt er die Betrachtung der Flurstücke entlang der neuen Ortsumgehung und die Frage, ob hier ein Graben zur Elbe hin mit dem Bau eines Schöpfwerkes sinnvoll sein könnte. Diskutiert wurden ebenso mögliche Maßnahmen der Regenentwässerung in neuen oder potenziell zu erweiternden Baugebieten in und um Felgeleben oder auch die fachliche Prüfung von investiven Wasserbaumaßnahmen am Solgraben im Bereich Frohser Brücke.

Der Bereich "Felgeleben-Sachsenland" der Arbeitsgruppe "Grundwasser" wird seine Beratungen zeitnah fortsetzen.