Barby (tli) l Es war eine Auftaktveranstaltung, mit der die Organisatoren des Fördervereins für Kunst, Bildung und Kultur zufrieden sein konnten: Zum ersten Mal fand "Rock im Russenhaus" in Barbys Schloßstraße statt.

Hier haben die "Spoons" ihr Domizil, die seit Jahren mit ihrem Musikstil für Ganzkörperbewegung und gute Laune sorgen. Als Gast hatte die Schülerband des Calbenser Schillergymnasiums "Nameless" ihren Premiere-Auftritt. Beeindruckend ihr Punktitel "Schrei nach Liebe" von den "Ärzten", der besonders populär durch die "Toten Hosen" wurde. In den Strophen des Liedes wird ein fiktiver Rechtsextremist beschimpft ("Du bist wirklich saudumm [...] Alles muss man dir erklären, weil du wirklich gar nichts weißt..."), während im Refrain eher scheinbares Mitleid mit ihm zum Ausdruck kommt ("Deine Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe [...] Deine Eltern hatten niemals für dich Zeit"). Ein Text, der unter die Haut geht.

Die "Spoons" als Hausband des "Russenhauses" hatten die Auftritte als "Wohnzimmerkonzert" angekündigt, was nicht von ungefähr kam. Denn die Räume des ehemaligen Wohnhauses des Rittergutes, in dem nach 1945 sowjetische Offiziere untergebracht waren, machten diesem Begriff Ehre. Durch bauliche Veränderungen entstand jetzt ein Raum, der für Kleinkonzerte geeignet ist und etwa 50 Personen zulässt. Dadurch herrschte die familiäre Atmosphäre eines Klubkonzertes. Wie Spoons-Chef Matti Ihlo sagte, habe die gelungene Auftaktveranstaltung Mut gemacht, das Format zukünftig fortzusetzen.

Das Objekt neben der Barbyer Grundschule gehört der Stadt Barby. Ältere Menschen werden sich noch an die Tankstelle erinnern, die in Regie des Rittergutes betrieben wurde.

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