Biere l Beim Anblick ihres Wohnblocks in der August-Bebel-Straße geraten die Bewohner regelrecht ins Schwärmen. Eine gedämmte Fassade, neue Balkone und ein neues Dach sorgen dafür, dass das einst graue Gebäude von allen Seiten strahlt. "Das Haus selbst sieht toll aus", bestätigt Mieterin Marion Topfmeier, auch wenn das Umfeld nach der langen Bauzeit erst wieder ergrünen muss.

Eine viertel Million Euro hat die Gemeinde Bördeland in den Wohnblock investiert und dabei die Erfordernisse modernster Energienormen berücksichtigt. Fast ein halbes Jahr wurde gebaut - viel Zeit, mit entsprechender Belastung für die zwölf Parteien. "Ich hoffe, dass wir ihren Bedürfnissen nun gerecht werden", bekräftigte Bürgermeister Bernd Nimmich bei der nun stattgefundenen offiziellen Übergabe des sanierten Hauses, zu der auch die beteiligten Baufirmen eingeladen waren.

Eine, die es genau wissen muss, ist Ingeborg Kloss. Sie ist die letzte Mieterin aus dem Erstbezug und wohnt seit Oktober 1960 in ihrer Wohnung. "Wir waren damals die glücklichsten Menschen, dass wir die Wohnung hatten", erinnerte sie sich mehr als 50 Jahre zurück. Damals musste sie auch noch selbst mit anpacken. Gemeinsam schachteten die Hausbewohner beispielsweise für ihre Wasserleitung. "1500 Aufbaustunden mussten wir damals leisten", berichtete sie von Dingen, die sich heute kaum einer mehr vorstellen kann.

Der Lohn für die Arbeit war eine moderne Wohnung mit Innenbad, Kachelöfen und einem schönen Umfeld. Seitdem hat sich einiges verändert. Vor gut zehn Jahren wurde die Innensanierung beendet und nun, endlich, auch die der Außenseite. "Unser Haus ist ein Schmuckstück geworden", kommentierte Kloss glücklich und erntete viel Applaus.

Der größte Pluspunkt der Neugestaltung und ganzer Stolz der Bördeländer Bauverwaltung sind die neuen Balkone, die zusätzlich noch eine Überdachung bekommen haben. "Da haben wir uns besonders gefreut", betonte Mieterin Monika Stolle. Eifrig wurde in den vergangenen Tagen bereits gepflanzt, eingerichtet und vor allen Dingen genossen.

Sicher, Kleinigkeiten bleiben immer, und so wünschen sich die Anwohner noch Sichtblenden für die Balkone und eine Schiene für die Fahrräder an der Kellertreppe. Zumindest für letzteres wurde eine Lösung gefunden: Eine der beteiligten Baufirmen sponsert die Schienen als Dankeschön für die Geduld und die gute Zusammenarbeit der Mieter. Zwei andere Baufirmen kümmern sich um eine neue Gartenbank, die noch vor Ostern vor dem Block zum Verweilen einladen wird.