Er ist der Herrscher über und Beschützer des Osterfeuers von Welsleben: Werner Haberkorn. Seit gut 15 Jahren koodiniert und kontrolliert er die Annahme des Grüngutes.

Welsleben l Es gibt Orte, in denen das Ordnungsamt das Osterfeuer verboten hat, weil im Holzhaufen Sondermüll versteckt war. Das kann in Welsleben nicht passieren. Jedenfalls nicht, solange Werner Haberkorn die Annahme des Grüngutes koordiniert und kontrolliert. Er ist die gesamte Zeit, in der Bürger das Material zum Osterfeuerplatz bringen können, vor Ort. Und der 57-Jährige hat alles im Blick.

Was habe er nicht alles schon erlebt, erzählt er und winkt ab. Sperrmüll, Türen, Plasteartikel, Fernsehgeräte, ja sogar eine ganze Küche mit Spüle wollten Leute schon heiß entsorgen. Da haben sie aber nicht mit dem wachsamen Auge von Werner Haberkorn gerechnet. "Das dann zu entsorgen, das kostet dem Verein Geld, sehr viel Geld", weiß er aus der Zeit vor der steten Kontrolle.

Um das Geld für sinnvollere Aufgaben ausgeben zu können, hat sich das Mitglied des mitveranstaltenden Heimat- und Kulturvereins Welsleben bereit erklärt, die Annahme des Materials ehrenamtlich zu übernehmen. Der gebürtige Barbyer, der durch die Liebe nach Welsleben gekommen ist, sorgt auf dem Osterfeuerplatz für Ordnung, weist die Fahrzeuge ein, zeigt den Leuten, wo sie abkippen können. Und eines hat Werner Haberkorn mit den Jahren gelernt: Kommt jemand und will Müll abladen, diskutiert er nicht lange herum. Wer nicht einsieht, dass er auf dem Hänger Dinge hat, die nicht aufs Osterfeuer gehören, von dessen Auto wird ein Foto gemacht und dieses dem Ordnungsamt übergeben. Seine korrekte Art kommt bei den meisten sehr gut an. Aber er weiß auch: "Manche Leute sind so unvernünftig."

Dennoch hat der 57-Jährige den Spaß an der Vorbereitung des Osterfeuers über die Jahre nicht verloren. Ganz im Gegenteil. "Die frische Luft tut der Gesundheit gut, und ich komme mit vielen, fast immer sehr netten Leuten zusammen", erzählt er. "Ich mache es eben einfach gern."

Stundenlang die Stellung vor Ort halten, macht ihm nichts aus. Sonnabends sind es sogar acht Stunden, die er ohne Unterbrechung am Osterfeuerplatz ausharrt. Ist keiner da, bleibt Zeit, auf dem Klappstuhl Platz zu nehmen und Radio zu hören. Mittags bleibt die Küche kalt. "Früher bin ich zum Mittagessen heim gefahren. Kam ich dann wieder, lag Müll hier. Deshalb bleibe ich jetzt durchweg hier und habe belegte Brötchen mit", sagt er. Und dann kommt es auch mal vor, das ihm jemand Kuchen vorbeibringt.

Noch fünf Tage ist Werner Haberkorn bei der Annahme des Grüngutes. gefordert. Dann wird er auch bei den weiteren Vorbereitungen zum Osterfeuer mithelfen. "In vielen Jahren bin ich dann aber so geschafft gewesen, dass ich im Sessel daheim beim kurzen Durchatmen eingeschlafen bin", meint er schmunzelnd. Doch am anderen Morgen, da ist er wieder mit der erste, der hilft, alles in Ordnung zu bringen.

Grüngutannahme: Montag bis Donnerstag 13 bis 18 Uhr, Karfreitag 9 bis 13 Uhr; Osterfeuer am Sonnabend ab 19 Uhr, Höhenfeuerwerk ab 21.30 Uhr.