Der Naturschutzbund (Nabu) bietet mit der Nachtigallenoase einen Unterschlupf für viele Tierarten an. Ein neuer Beobachtungsturm macht es nun möglich, dass Menschen diese Artenvielfalt begutachten können, ohne sie einzuschränken.

Schönebeck l Die Nachtigallen-Oase in Schönebeck ist um eine Attraktion reicher. Kinder, die den Natur-Lehrgarten besuchen, können vom zweigeschossigen Beobachtungsturm Tiere beobachten und zwar ohne sie zu stören. "So können die Kleinen sehen, wie sich die Vögel baden. Die sind dabei wie wir Menschen am liebsten unbeobachtet", sagt Karl-Heinz Schuppe vom Ortsverband des Naturschutzbundes (Nabu). Der Turm soll außerdem als Unterschlupf vor Wind und Wetter dienen.

Die Stadtwerke Schönebeck haben den rund 4000 Euro teuren Bau möglich gemacht. Sie gaben 1200 Euro an den Nabu. "Als Stadtwerke wollen wir uns für den Naturschutz stark machen", sagt Pressesprecherin Anette Schreiber. Persönlich ist sie völlig überzeugt von der Nachtigallen-Oase. "Jedes Mal, wenn ich hier bin, wächst meine Begeisterung für diesen `unordentlichen Garten`", sagt sie. Die Partnerschaft zwischen dem Nabu und den Stadtwerken besteht bereits seit 2011. "Und sie macht uns Freude", so Schreiber. Der Beobachtungsturm ist sieben Meter hoch. Die Grundfläche beträgt 16 Quadratmeter - genug Platz für ein paar Neugierige.

Karl-Heinz Schuppe würde sich mehr Sponsoren wie die Stadtwerke wünschen. "Als nächstes wollen wir eine barrierefrei begehbare Treppe am Beobachtungsturm in-stallieren", sagt er. In diesem Jahr ständen die Chancen für die Umsetzung allerdings schlecht, denn das Projekt würde noch einmal mindestens 2000 Euro verschlingen. "Und das war schon das günstigste Angebot, das wir hatten", sagt Schuppe. Die momentane Treppe wurde von einem Mitglied des Nabu, einem Zimmermann, gebaut. Sie dient als Provisorium.

Der Nabu möchte aber auch Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen in der Nachtigallen-Oase willkommen heißen. "Der Garten ist rollstuhl-gerecht. Wir haben barrierefreie Wege und spezielle Hochbeete", sagt Karl-Heinz Schuppe.

Insgesamt betrachtet er den Garten als einen dynamischen Prozess, der sich immer weiter entwickeln wird. So konnte jetzt für ein angrenzendes Grundstück das Nutzungsrecht erworben werden. Dort entsteht eine Wildblumenwiese. Ein Festmahl für all die Insekten, die dafür sorgen, dass der Garten zu einer echten Nachtigallen-Oase für Singvögel und Tiere aller Art wird. Denn: "Nur ein lebendiger Garten ist ein guter Garten", sagt Karl-Heinz Schuppe.

 

Bilder