Was für eine Aufregung und Spannung für die Knirpse der integrativen Kita "Zwergenland" in der Nicolaistraße: Der Besuch des leibhaftigen Osterhasen wurde angekündigt. Als das Langohr durch den Garten hoppelte, gab es bei den Knirpsen allerdings auch kleine Tränen.

Calbe l Still sitzen konnten die Mädchen und Jungen schon längst nicht mehr. Bei allen hatte sich schon längst herumgesprochen, dass im Verlauf des Gründonnerstags der Osterhase auftauchen würde. Die Spannung war kaum auszuhalten.

Die Erzieherinnen Edelburg Jusko und Daniela Stoyhe stimmten die Kinder mit gemeinsam gesungenen Liedern und Tänzen auf die besvorstehenden Osterfesttage ein. Plötzlich machte das Gerücht die Runde, dass zwei Hasenohren in der großen Außenanlage hinter blühenden Büschen gesichtet wurden.

Schnell versammelte sich die Gruppe auf der Terrasse. In der Hand hielt jeder von ihnen ein Osterbecherchen mit Ostergras ausgelegt. "Das haben im Vorfeld die Muttis und Vatis unseres Elterntreffs gebastelt", erklärte Kitaleiterin Uta Wiesenmüller. "Der Becher ist bewusst klein gehalten, so dass jedes Kind ein buntes Osterei finden kann."

Doch ihr Plan sollte nicht ganz aufgehen. Einige schnelle Sucher hatten binnen kurzer Zeit mehrere Eier gefunden und eingesteckt. Mit pädagogischem Geschick erhielt dennoch jeder sein eigenes Osterei.

Das Hauptaugenmerk lag allerdings beim riesigen Osterhasen, der durch die grüne Außenanlage hoppelte und den Kleinsten persönlich ihr Osterei überreichte. Dabei kam Eileen Köppe ganz schön ins Schwitzen. "In der Sonne ist so ein echtes Kaninchenfell ganz schön warm", sagte die Ergotherapeutin, die in der integrativen Kita der Lebenshilfe Bördeland gGmbH regelmäßig Kinder in ihrer Entwicklung fördert. Gut, dass sie sich nicht in der westfälischen Provinz mit einem Echtfell verkleiden musste. Dort bringt der Überlieferung nach nicht der Osterhase die Eier sondern der Osterfuchs.

Der modische Fell-Mehrteiler aus Calbe mit Riesenohren stammt jedenfalls aus dem Hause Tischmeyer. Einst wurde das Kostüm für die Interessengemeinschaft der Gewerbetreibenden (IGG) geschneidert, als die Mitglieder in den 1990er Jahren noch Ostereier in der Innenstadt verteilten.

Manchem Knirps war das Langohr allerdings überhaupt nicht geheuer. So suchte ein weinendes Mädchen schnell Schutz auf dem Arm ihrer Mutter. Die große Mehrheit aber nutzte die Gelegenheit, um einmal mit dem weichen Osterhasen zu kuscheln.