Schönebeck. "Ich danke Gott für unsere vielen deutschen Freunde, für die Verständigung und unser Zusammensein", eröffnete Alexander Feldman den Jahresrückblick der Juden und Christen Schönebecks im Schalom-Haus. Regelmäßig treffen sich die Christen der verschiedenen Schönebecker Gemeinden seit zehn Jahren einmal im Monat mit den etwa 30 in der Stadt lebenden Juden. Die meisten von ihnen stammen aus der Ukraine, Russland und Lettland.

Im vergangenen Jahr veranstalteten und besuchten sie gemeinsam mit den Christen Konzerte, unternahmen Ausflüge und trafen sich immer wieder, um Zeit miteinander zu verbringen und sich auszutauschen. "Aus den christlichen Gemeinden kommen all die Menschen zusammen, die ein Herz für Israel haben", freut sich Schwester Petra vom Schniewindhaus über die überkonfessionelle Zusammenarbeit.

Ursprünglich war ein Treffen für den 2. Dezember ge-plant gewesen, um das jüdische Chanukka-Fest zu feiern (Lichterfest zum Gedenken an die Einweihung des zweiten Tempels in Jerusalem), welches jedoch wegen Krankheit abgesagt werden musste. Also nutzten sie die letzte Zusammenkunft des Jahres dafür, um sich noch einmal an den gemeinsamen Erlebnissen zu erfreuen. Besonders die Gedenkfeier zum 9. November haben viele noch in ihrem Gedächtnis. "Ich habe als kleiner Junge zusehen müssen, wie in der Synagoge die Scheiben eingeschlagen wurden und habe viele von denen gekannt, deren Namen heute am Denkmal stehen. Diese Gedenkfeiern bewegen mich immer wieder", schilderte Klaus Polczyk seine Eindrücke.

Anschließend wurden einige Spiele gespielt und getanzt sowie ein reichhaltiges Buffet genossen. Die Teilnehmer der christlich-jüdischen Freundschaft freuen sich schon jetzt auf die nächste Veranstaltung Ende Januar: Dann werden sie zusammen das zehnjährige Jubiläum ihrer Freundschaft feiern.