Nachfrage trifft jetzt auf Angebot: Zwölf barrierefreie Wohnungen mit Balkon und Aufzug hat die Calbenser Wohnungsbaugesellschaft (CWG) in der Neuen Wohnstadt fertiggestellt. Das städtische Tochterunternehmen investierte in der Karl-Marx-Straße rund 650 000 Euro. Gut angelegtes Geld für Calbes Stadtumbau.

Calbe l Stolz führt Anneliese Topfmeier gestern die kleine Delegation aus Vertretern der CWG und Bürgermeister Dieter Tischmeyer durch ihre nagelneue Zwei-Raum-Wohnung. Die Rentnerin zeigt ihre Küche, das kleine Bad mit barrierefreier Dusche, ihr Schlafzimmer, Flur und das geräumige Wohnzimmer mit Laminatfußboden. "Hier geht es lang", sagt Anneliese Topfmeier und öffnet die Tür zum "Sahnehäubchen" ihres neuen altersgerechten Domizils: Der rund acht Quadratmeter großen Balkon mit Blick ins Grüne, den die Calbenserin bereits mit Blumen liebevoll bepflanzte. "Hier fühle ich mich wohl", sagt Anneliese Topfmeier, die als CWG-Mieterin innerhalb der Karl-Marx-Straße umzog. Nun braucht sie keine Treppen mehr steigen oder Stolperfallen durch Türschwellen zu fürchten.

Denkmalschutzbehörde hat bei Neuer Wohnstadt mit das Sagen

CWG-Geschäftsführerin Kornelia Eichel freut sich über die große Resonanz auf diese Form des seniorengerechten Wohnens. "Alle zwölf Wohnungen sind bereits vergeben", sagt Eichel. Sechs davon haben ihr drittes Zimmer für den Einbau eines modernen Aufzugs abgegeben.

Zwei Jahre lang habe der gesamte Umbauprozess gedauert. "Einen Großteil der Zeit verschlangen allein die Abstimmungen mit der Denkmalschutzbehörde, die eigentlichen Bauarbeiten wurden schnell realisiert", erklärt Eichel. Der Grund: Die Anfang der 1950er Jahre errichtete Neue Wohnstadt gilt als Flächendenkmal mit strengen Auflagen der Behörde. "Das betrifft selbst die Farbgestaltung der neuen Balkone, die wir anbauen ließen", erklärt der technische Leiter der CWG Ralf Dahlke.

Zudem wurde Wert auf eine energetische Aufwertung des Wohnblocks gelegt. Der Keller ist nun gedämmt und auch Fensterglas mit besserer Isolierung eingesetzt. Insgesamt investierte die CWG in den altersgerechten Umbau rund 650 000 Euro.

Die Maßnahme ist Bestandteil des Calbenser Stadtentwicklungskonzeptes, das die Saalestadt nun für die kommenden Jahre fortschreibt. Darin wird der Calbenser Wohnungsmarkt an die schrumpfende und älter werdende Bevölkerung angepasst. Der Leerstand an Wohnungen soll durch Rückbau, Zusammenlegung von Wohneinheiten oder Abriss von Wohngebäuden erreicht werden. So beginnt die CWG derzeit, den Wohnblock des Gribehner Weg 2 bis 4 abzureißen. Damit werden 25 Wohneinheiten vom Markt verschwinden und entlasten so langfristig das städtische Tochterunternehmen. Weitere Wohngebäude wie am Brotsack werden schon bald folgen.

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