Die Agentur für Arbeit in Magdeburg, zu deren Geschäftsbereich auch der Altkreis Schönebeck gehört, und die Kommunale Beschäftigungsagentur (KoBa) Schönebeck ziehen für den regionalen Arbeitsmarkt im Jahr 2010 insgesamt eine positive Bilanz. Auch wenn im Dezember die Arbeitslosenquote leicht anstieg, gab es gute Entwicklungen, so die einhellige Meinung von Vertretern der Arbeitsverwaltungen.

Schönebeck. "Trotz der Wirtschafts- und Konjunkturkrise 2010 haben wir das Jahr gut und gelassen gemeistert", sagt Hartmut Nothdurft, bisher Betriebsleiter der Kommunalen Beschäftigungsagentur (KoBa) in Schönebeck. Der Arbeitsmarkt zeige sich in seinen Augen erstaunlich stabil, auch wenn im Dezember die Witterung Auswirkungen auf die Quote gehabt habe. Der KoBa-Chef erklärt, dass trotz der neuen Strukturen ab dem 1. Januar, in denen der Salzlandkreis mit seinem Eigenbetrieb Jobcenter Träger der Grundsicherung geworden ist und die Betreuung von Hartz-IV-Empfängern übernimmt, Qualifizierungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose angeschoben und bewilligt wurden, so dass die Zahlen auf einem niedrigen Niveau gehalten werden konnten. "Ich denke, mit diesem Ergebnis, einem der erfolgreichsten für die KoBa, gehen wir gut in das neue Jobcenter über und leisten unseren Anteil daran, dass der Kreis damit adäquat beginnen kann."

Jobcenter übernimmt Hartz-IV-Betreuung

Die KoBa ist seit Jahresbeginn wie die ehemalige Arbeitsgemeinschaft (Arge) Aschersleben-Staßfurt und das Amt für Arbeitsförderung Bernburg, die sich bisher in den Altkreisen um die Hartz-IV-Empfänger kümmerten, im neuen Jobcenter Salzland aufgegangen. Innerhalb des sogenannten Optionsmodells ist der Salzlandkreis mit seinem Eigenbetrieb, in dem rund 500 Mitarbeiter tätig sind, jetzt für die Bescheide und die Vermittlung der Langzeitarbeitslosen zuständig. Die ehemaligen KoBa-, Arge- und Arbeitsförderungsamts-Stellen in den vier großen Städten des Kreises sind Jobcenter-Regionalstellen. Hartmut Noth- durft leitet die in der Elbestadt.

Die vordinglichste Aufgabe ist hier, dass die Kunden aus dem SGB-II-Bereich, die in Förderstedt und seinen Ortsteilen leben, von der Zuständigkeit der Regionalstelle Schönebeck in die von Aschersleben- Staßfurt überführt werden. Nach Nothdurfts Aussagen handelt es sich dabei um rund 314 Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften, hinter denen rund 400 Menschen stehen. Bis zum Ende des ersten Quartals 2011 solle dieser Vorgang abgeschlossen sein, so der Regionalstellenleiter.

Im Blick hat man im Salzlandkreis auch die geplante Erweiterung der Hartz-IV-Gesetze, nachdem das Bundesverfassungsgericht die Berechnung der Regesätze angemahnt hatte. Auch wenn der Vermittlungsausschuss der Bundesregierung derzeit noch um eine Einigung ringe, werde das Jobcenter mit seinen Regionalstellen jetzt alle Vorbereitungen dafür treffen, dass die beschlossenen Gesetze schnell umgesetzt werden können. Wenig problematisch sei die Auszahlung der geplanten Erhöhung der Regelsätze um fünf Euro, so Hartmut Notdurft. Dagegen erfordere die Berechnung der Leistungen oder das geplante Bildungspaket für Kinder in Bedarfsgemeinschaften aufgrund neuer Gegebenheiten und vielfältiger Ausrichtungen einen höheren Aufwand.

Agentur bietet bereits neue Lehrstellen an

In die positive Einschätzung der Arbeitsmarktentwicklung im vergangenen Jahr stimmt auch die Agentur für Arbeit ein. Kathleen Homeyer, Agentur-Geschäftsstellenleiterin in Schönebeck, bestätigt zwar einen leichten Anstieg der Quote, führt das aber auf saisonale Bedingungen zurück: Zum einen der Wintereinbruch, zum anderen der Auslauf befristeter Stellen, der im Dezember typisch sei und zu mehr Arbeitslosmeldungen führe. Die Agentur regelt derzeit die Übergabe ihrer Förderstedter Kunden aus dem SGB-II-Bereich nach Staßfurt und reagiert damit auf die politischen Bedingungen nach der Gebietsreform. Deshalb seien Vergleichzahlen zu Vormonaten schwierig. Im gesamten Hauptagenturbereich Magdeburg liege die Jahresdurchschnittsquote 2010 bei 10,8 Prozent. Rund 10 100 Menschen weniger als noch im Januar 2010 waren zum Jahresabschluss in Schönebeck, dem Jerichower Land, der Börde und der Landeshauptstadt arbeitslos gemeldet. Viele Menschen aber, das muss gesagt werden, werden von Zeitarbeitsfirmen aufgefangen.

Kathleen Homeyer führt aus, dass vor allem qualifizierte Kräfte auf dem Arbeitsmarkt gebraucht werden, etwa Schweißer, CNC-Maschinen-Bediener, Altenpfleger zudem Mitarbeiter in Callcentern.

Auch Lehrstellen gibt es nach Angaben der Agenturchefin bereits. Mechaniker, Mechatroniker, Einzelhandelskaufleute oder Friseure sind hier die Berufe.

Für den Arbeits- wie den Ausbildungsmarkt gelte aber, so Kathleen Homeyer, dass die Kunden gewillt sein müssten, überregional tätig zu sein.