Wenn in Biere von der Rassegeflügelzucht gesprochen wird, fällt früher oder später unweigerlich der Name Richter. Bei der vereinsoffenen Schau im großen Saal der Gaststätte "Zur Kelle" am vergangenen Wochenende zeigte sich erneut, warum das so ist.

Biere. Stolz hält das Ehepaar zwei gold und silber glänzende Pokale in den Händen. Seit Jahrzehnten haben sich Hannelore und Kurt Richter der Zucht von Rassegeflügel verschrieben.

Seit 33 Jahren hat der Bierer die Funktion des Ausstellungsleiters inne und überzeugt weitaus länger mit seinen züchterischen Leistungen. Der 73-Jährige konnte daher in der Kategorie Hühner seinen Titel aus dem vergangenen Jahr erfolgreich verteidigen, genau wie Ehefrau Hannelore (75). "Ohne unser Hobby würde uns beiden etwas fehlen", sagt Kurt Richter. Gleich daneben stehen zwei weitere Richters aus Biere. "Weder verwandt noch verschwägert", stellt Ernst-Uwe Richter klar. Und dennoch genauso erfolgreich. Während er für seine Tauben den diesjährigen Pokal mit nach Hause nehmen kann, haben die Preisrichter die Zwerghühner von Margit Richter als beste bewertet.

346 Gefiederte im alten Kinosaal

Insgesamt schnatterten, gurrten und krähten 346 Tiere in den Käfigen. Die Schau war erneut offen für Zücher aus anderen Vereinen. "Nur so können wir auf die Anzahl der Ausstellungstiere kommen", sagt Günter Rotte, seit 33 Jahren Vereinsvorsitzender. Daher präsentierten auch Züchter aus Calbe, Egeln, Eggersdorf, Eickendorf, Großmühlingen und Plötzky ihre Vögel.

Der ehemalige Kinosaal zeigte sich am Sonnabend und Sonntag erneut als geeigneter Ausstellungsort mit einem gewissen Charme. Während in der Saalmitte die Käfige aufgebaut waren, konnten sich auf der Bühne die Gewinner der großen Tombola Preise abholen. In der ersten Etage sorgte das Team um Günter Karte, Inhaber der anliegenden Gaststätte "Zur Kelle", für das leibliche Wohl.

"Hier im Saal hat in den 1960er Jahren schon Walter Ulbricht Reden gehalten", blickt Günter Rotte zurück. Über die Zukunft des Saals mit seiner prachtvollen hölzernen Unterhangdecke, der in vergangenen Jahrzehnten auch als Kino genutzt wurde, macht sich der Vereinsvorsitzende allerdings so seine Gedanken. Einerseits seien die Zücher froh, den Saal von den Eigentümern mieten zu können.

Andererseits döse er in einem Dornröschenschlaf dahin und es seien dringende Instandhaltungsarbeiten, beispielsweise am Dach, notwendig. Der näheren Zukunft seines Vereins sieht er trotz Nachwuchsmangels optimistisch entgegen.

Bei Züchtern steht 70-Jahr-Feier ins Haus

Derzeit gehören noch 20 aktive Züchter aus Biere und Welsleben sowie 15 passive Mitglieder dazu. "Im kommenden Jahr feiern wir unser 70-jähriges Bestehen", blickt Rotte voraus. Weitere Vereinsvertreter des Ortes, Welslebens Ortswehrleiter Mario Brych, Schönebecks Kreisverbandsvorsitzender Eckard Meyer oder der Schirmherr der Ausstellung, Bördelands Bürgermeister Bernd Nimmich, demonstrierten schon jetzt mit ihrem Besuch und Geschenken den Schulterschluss mit den Bierer Züchtern, unter denen wohl auch im kommenden Jahr ein Sieger namens Richter sein wird.